Vom Bauhaus zu einer Schule der Schulen?

bauhaus now #3

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Was sind die großen Gestaltungsaufgaben und -probleme im 21. Jahrhundert? Woran arbeiten Architekten heute? Wovon träumen sie? Vor welche Herausforderungen sehen sie sich gestellt? Und hält der ganzheitliche Ansatz des Bauhauses noch immer Lösungsansätze für die Zukunft bereit?

Unsere dritte Ausgabe behandelt mit den Schwerpunktthemen Performance und Pädagogik sowohl den ideellen wie auch – im Falle des ikonischen Bauhausgebäudes in Dessau – den physischen Kern des Bauhauses. Seine revolutionäre Neugestaltung der Lehre, die auch die Bauhausbühne als Ort der Erforschung von Raum und Mensch umfasste, prägt seit hundert Jahren Design- und Kunstpädagogik in aller Welt.

Das Kuratorenteam der diesjährgen Design Biennale in Istanbul um Jan Boelen geht der Frage nach, wie das Bauhaus zu einer Schule der Schulen wurde – und welche neuen Impulse anstelle einer blinden Verehrung der historischen Errungenschaften vom Bauhaus heute wieder ausgehen könnten.

Zahlreiche bekannte Figuren wie die performa-Gründerin und Bauhaus-Expertin RoseLee Goldberg, die Choreografin Sasha Waltz, die digitale Performancekünstlerin Signe Pierce und die Kunstpädagogin Susan Orr gehen auf 100 Seiten den Fragen nach, welche Medien, welche Darstellungsformen und welche Inhalte heute noch der Idee des Bauhauses folgen, oftmals, ohne sich dessen bewusst zu sein oder gar diesen Anspruch zu erheben. 

Ebenfalls mit dabei: die 100 jahre bauhaus Galerie mit künstlerischen Antworten von Stefano Pilati, Richard Siegal, Wolfgang Tillmans und der Ikone des Dionysischen Theaters, Richard Schechner. Mit dabei auch eine Intervention von Regisseur Ersan Mondtag sowie ein Hintergrundgespräch mit der Kuratorin des Eröffnungsfestivals von 100 jahre bauhaus, Bettina Wagner-Bergelt.

Herausgeber: 100 jahre bauhaus, Weimar
Gestaltung und Redaktion: Stan Hema, Berlin
Vertrieb: DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Hamburg

ISSN 2510-5841 (deutsch)
€ 6,90 € (Deutschland)
€ 7,70 (Österreich)
SFr. 10,90 (Schweiz)
€ 7,90 (Luxemburg)

bauhaus now #3 als E-Paper

Beiträge aus der dritten Ausgabe von bauhaus now:

Designpädagogik der Zukunft

Vom Bauhaus zu einer Schule der Schulen?

Hundert Jahre nach seiner Gründung ist das Bauhaus, das antrat, das Lernen zu revolutionieren, selbst zur heiligen Kuh der Designpädagogik erstarrt. Um das magische Moment der Disruption wieder freizulegen, verwandelten der Kurator Jan Boelen und sein Team die Design-Biennale 2018 in Istanbul in ein riesiges Experimentierfeld einer notwendigerweise rast- wie ratlosen Bildungsoffensive.

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Luis Alberto Rodríguez, luisalbertorodriguez.com, Instagram: @luisalbertorodriguezstudio
100 Jahre auf der Bühne

Eine Geschichte radikaler Momente

Das artnet Magazin kürte sie neulich zur „weltweit aktivsten Performance-Kuratorin“. Eines ist die Gründerin des New Yorker Performa Institutes mit Sicherheit: eine Ausnahmeerscheinung. Ihre Expertise für gegenwärtige Kunst basiert auf einer tief greifenden Auseinandersetzung mit der Bühne der Moderne. Wir haben mit ihr über 100 jahre bauhaus und die kommende Performa-Biennale gesprochen.

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Kenta Nakamura, kentanakamura.com
Kulturstiftung des Bundes

„Kunst ist nie ein gutes Beruhigungsmittel“

100 jahre bauhaus macht das Gründungsjubiläum einer historischen Institution zum Gegenstand gegenwärtiger Kulturpolitik. Rund 17 Millionen Euro fließen in globale Ausstellungsprojekte und Veranstaltungen in ganz Deutschland. Die Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers, über die Notwendigkeit des Experiments für neue Labore der Zukunft.

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Stan Hema
Bauhaus als Raumbühne

Sollten Architekten tanzen?

Schon in Weimar hatte sich ein spielerisch improvisiertes, „mechanisches“ Theater in und neben der Bauhaus-Bühnenwerkstatt entwickelt, das sich formal deutlich an vorangegangenen dadaistischen, futuristischen und konstruktivistischen Experimenten orientierte. Die Besonderheit dieser Bühnenexperimente bestand jedoch darin, dass es weniger um eine Erneuerung des Theaterbetriebes ging als um ein gemeinschaftliches Gestaltungslernen im Sinne eines angewandten Theaters für Gestalter sowie um die Gemeinschaftsgestaltung selbst.

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Stiftung Bauhaus Dessau
Performance der Pädagogik

Performance der Pädagogik

Immer noch halten die Dorfweisheit wie das Salongeraune Pädagogik für ein Instrument der erwartungsgemäßen Ausrichtung junger Menschen auf ebenjene Erwartungen der Eltern, Lehrer und Arbeitgeber, die diesem „erwartungsgemäß“ zugrunde liegen müssen. Das bemängelt zumindest der Philosoph und Kunstvermittler Bazon Brock – und widerspricht.

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Chelsea Ker, kervisuals.com
Reality Art in der digitalen Sphäre

15 Millionen Minuten Ruhm

Inmitten einer Ära hypermedialer Vernetzung vollzieht auch die Kunst einen grundlegenden Wandel. Klassisches Schauspiel und analoge Performances werden auch in Zukunft nicht einfach verschwinden – doch die sozialen Netzwerke sind längst dabei, die Definition der Bühne zu revolutionieren. Ein Blick in die Werkstatt der Reality Art und ihren Anspruch, im Geiste des Bauhauses zu agieren.

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Signe Pierce / Eli Rezkallah
Mensch und Maschine

Bildung zwischen Künstlicher und künstlerischer Intelligenz

Die Vision der Bauhäusler von Mechanisierung und Wohnmaschinen scheint im Zeitalter von Artificial Intelligence und Smart Citys zum Greifen nah. Der wachsende Einfluss von „Transhumanisten“ auf Politik und Pädagogik, die sich für eine Überwindung bisherigen Menschseins mittels Technik-Mensch-Konvergenz aussprechen, führen uns die Kehrseite des technologischen Optimismus vor Augen.

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Auguste Lefou, Instagram: ©auguste_lefou
Strukturen der Innovation

Von der Werkstatt zum Hackerspace

Die Ersetzung der Klassenräume durch Werkstätten ist eine der bekanntesten Innovationen des Bauhauses. Hundert Jahre später gehört der „Workshop“ zum unverzichtbaren Bestandteil jeder Designpädagogik. Wo aber liegen die Grenzen und Chancen dieses Formats und welche Rolle spielt die Verwirklichung kollektiver Strukturen für die Weiterentwicklung neuer Technologien?

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Anthony Hamboussi, anthonyhamboussi.net, Ritoque, Chile, 2001 – 2007, Hospedería del Errante
Eröffnungsfestival

„Bauhaus bringt uns immer noch auf die richtige Spur“

Den Auftakt zum großen Bauhaus-Jahr 2019 bildet ein großes Eröffnungsfestival in Berlin. Internationale Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Tanz, Theater und Musik widmen sich eine Woche lang gegenwärtigen Themen vor dem Hintergrund performativer Fragestellungen des Bauhauses. Bettina Wagner-Bergelt, die Kuratorin des Festivals, über eine facettenreiche Feier des bauhaus now.

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Stan Hema
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