Alfred Arndt

1929–1932 Meister am Bauhaus

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Porträt Alfred Arndt, Foto: Gertrud Arndt, 1929.

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Nach einer Zeichnerlehre in einer großen Maschinenfabrik in Elbing/Ostpreußen wurde Alfred Arndt im Ersten Weltkrieg dienstverpflichtet und war 1916 als Bauführer in Danzig tätig. Zwischen 1919 und 1920 besuchte er die Gewerbeschule in Elbing und studierte bis 1921 an der Königsberger Kunstakademie (Aktklasse). Zugleich nahm er Unterricht bei dem Königsberger Maler Robert Budzinski. Im Sommer 1921 schloss sich Arndt der Wandervogelbewegung an.

Am Staatlichen Bauhaus in Weimar und am Bauhaus in Dessau studierte er von 1921 bis 1927. 1921 belegte er in Weimar den Vorkurs bei Johannes Itten und den Unterricht bei Paul Klee, Dora Wibiral und Dorothea Seeligmüller. Von 1922 bis 1924–1925 war er in der Wandmalereiabteilung bei Wassily Kandinsky. Am 17.4.1924 legte er die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Weimar ab. Von 1925 bis 1926 war er am Bauhaus Dessau in der Wandmalereiabteilung bei Hinnerk Scheper, von 1926–1927 bis 1927–1928 in der Tischlereiwerkstatt bei Marcel Breuer. 1927 heiratete Arndt die Bauhaus-Studentin Gertrud Hantschk. Er legte 1928 die Meisterprüfung ab und verließ das Bauhaus am 31.5.1928. Danach war Arndt als freier Architekt in Probstzella, Thüringen, tätig.

1929 kehrte er unter dem Direktorat von Hannes Meyer an das Bauhaus in Dessau zurück. 1930 wurde er von ihm zum Leiter der Ausbauabteilung berufen, der die drei Werkstätten Tischlereiwerkstatt, Metallwerkstatt und Wandmalereiabteilung unterstanden. Von 1930 bis 1931 leitete Arndt die Abteilung Bau und Ausbau, in der die Architektur- und die Ausbauabteilung zusammengefasst wurden. Von 1931 bis 1932 war er Lehrer in Ausbaukonstruktion, Darstellender Geometrie und Perspektive. 1931 wurde seine Tochter Alexandra geboren.

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Farbplan für die Außengestaltung der Meisterdoppelhäuser in Dessau, Alfred Arndt, 1926.

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Arndt verließ das Bauhaus 1932 und ging erneut mit seiner Familie nach Probstzella, wo er als Reklamegrafiker und Architekt arbeitete. 1937 kam der Sohn Hugo zur Welt. Kurze Zeit später wurde Arndt auch im Industriebau in Südthüringen und Oberfranken tätig. 1927 hatte er im Auftrag von Franz Itting das Haus des Volkes in Probstzella errichtet und möbliert. Um den Pionier der thüringischen Sozialdemokratie nun zu unterstützen, trat Arndt 1937 in die NSDAP ein. Er wurde zum Propagandaleiter für Probstzella ernannt und arbeitete bis 1945 als Architekt für Thüringer Industrieunternehmen. Von 1936 bis 1940 war der ehemalige Bauhäusler Konrad Püschel sein Mitarbeiter.

Nach 1945 arbeitete Arndt für zwei Jahre als Baurat in Jena. In dieser Zeit bemühte er sich zusammen mit Wassili Luckhardt, Georg Neidenberger und Joost Schmidt um die Neugründung des Bauhauses in Weimar. 1948 siedelte Arndt mit seiner Familie nach Darmstadt über. Hier führte er seine Tätigkeit als Industriearchitekt fort. Er wirkte dort am Aufbau des Bauhaus-Archivs mit.

 

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Doppelporträt Alfred und Gertrud Arndt, Probstzella (Dorfstraße), (Sicht von oben mit Selbstauslöser) / Foto: Gertrud Arndt, 1928.
  1. Literatur:
  2. Bauhaus-Archiv Berlin (1999): In der Vollendung liegt die Schönheit. Der Bauhaus-Meister Alfred Arndt, Berlin.
  3. Bauhaus-Archiv Berlin (2003): Bauhaus-Möbel. Eine Legende wird besichtigt, Berlin.
  4. Kolyschkow, Alexej (2004): Alfred Arndt, ein Farbgestalter des Bauhauses, und seine Leistungen im „Haus des Volkes” Probstzella, in: Thesis, H. 2.
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