Friedrich Engemann

1927–1929 Studierender am Bauhaus /
1929–1933 Lehrender am Bauhaus

Stiftung Bauhaus Dessau
Porträt Friedrich Engemann / Foto: unbekannt, um 1930.

headline

Friedrich Engemann, Bruder des Bauhäuslers Herbert Engemann, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Maurer, besuchte anschließend die Höhere Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau in Görlitz und sammelte erste Berufserfahrung in einem Architekturbüro. 1923 schrieb er sich für ein Jahr an der Gewerbeakademie in Chemnitz ein und wurde noch im selben Jahr als Berufsschullehrer in Görlitz engagiert. Nach einer weiteren Lehre zum Möbeltischler begann Friedrich Engemann ein Studium für Raumkunst und Kunstkritik an der Kunstgewerbe-Akademie in Dresden. Im Jahr 1925 heiratete er die Weberin Alma Else Imboden, die später als Gasthörerin ebenfalls ans Bauhaus Dessau kam. 1927 führte ihn sein Weg nach Dessau, wo er bis 1933 an den Gewerblichen Berufs- und Fachschulen lehrte. Parallel dazu schrieb er sich am Bauhaus in Dessau und Berlin ein, zunächst als Student, später als Lehrkraft.

Am Bauhaus Dessau besuchte Friedrich Engemann zunächst den Vorkurs bei Josef Albers und erhielt Unterricht bei Wassily Kandinsky, Paul Klee und Joost Schmidt. Daraufhin wurde er als Lehrer für Baufachzeichnen, Ausbau und darstellende Geometrie engagiert, der letzten Stufe der dreistufigen Ausbildung am Bauhaus. Zeitweilig übernahm er die Leitung der Bau- und Ausbauabteilung als Stellvertreter des Bauhaus-Direktors Ludwig Mies van der Rohe.

1933 trat Engemann der NSDAP bei und war bis 1939 Leiter der Abteilung Holz an den Technischen Lehranstalten in Dessau. Während des Zweiten Weltkriegs entwarf und errichtete er Luftschutz- und Flugmeldeschulen.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Bauhäusler Hubert Hoffmann setzte er sich nach Ende des Krieges für die Wiederbelebung des Bauhauses ein. Während der DDR hatte Engemann zahlreiche öffentliche Ämter inne, unter anderem den Vorsitz des Rates für Industrieform beim Ministerium für Kultur. Ab 1948 arbeitete er außerdem am Institut für künstlerische Werkgestaltung Halle/Saale, Burg Giebichenstein, die später in Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein umbenannt wurde. Zehn Jahre später wurde er dort zum Prorektor für Forschung und Bildung berufen.

 

  1. Literatur:
  2. Baabe, Sabine et al. (2002): Für das Leben stärken – Zukunft gestalten, Paderborn
  3. Winkler, Klaus-Jürgen (2003): Baulehre und Entwerfen am Bauhaus 1919-1933, Weimar
  4. Bauhaus-Archiv Berlin (2003): Bauhaus-Möbel. Eine Legende wird besichtigt, Berlin
    Zum Seitenanfang