Karla Grosch

1928–1932 Lehrende am Bauhaus

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Porträt Karla Grosch, Dessau / Foto: Marianne Brandt (?), um 1928–1929.

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Im Sommersemester 1928 kam Karla Grosch als Sport- und Gymnastiklehrerin ans Bauhaus und war zu jener Zeit neben Gunta Stölzl aus der Weberei, die einzige weibliche Lehrkraft am Dessauer Bauhaus. Die 1904 in Weimar geborene Grosch hatte zuvor bei Gret Palucca in Dresden eine Tanzausbildung absolviert und wirkte auch am Bauhaus als Tänzerin in mehreren Bühnenstücken mit – zum Beispiel in den von Oskar Schlemmer geschaffenen Tänzen "Metalltanz" und "Glastanz", die 1929 im Rahmen eines Gastspiels an der Berliner Volksbühne uraufgeführt wurden.

Article 'Mädchen wollen etwas lernen' (Girls want to learn), in: Die Woche, 4 April 1930, p. 30–33 (no author).

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Grosch wirkte bis 1932 am Bauhaus. Sie verband eine besonders enge Verbindung zur Familie Klee, in deren Dessauer Meisterhaus sie von 1928 bis 1930 ein Zimmer bewohnte. Später, während ihrer Zeit am Bauhaus, hatte Grosch eine spannungsgeladene Liebesbeziehung zu dem Schauspieler Max Werner Lenz, der zu jener Zeit am Dessauer Theater wirkte. Anfang 1933 zog die schwangere Grosch mit ihrem Freund, dem Bauhäusler und Architekten Franz "Bobby" Aichinger, nach Palästina. Im Mai desselben Jahres erlitt sie beim Schwimmen vor Tel Aviv einen Herzstillstand. Ihr Freund konnte sie offenbar noch ans Ufer holen, Reanimationsversuche blieben jedoch erfolglos. Grosch wurde auf dem Deutschen Friedhof in Sarona bei Tel Aviv bestattet. 

In einem Brief an ihren Freund Max-Werner Lenz hatte Grosch einmal über ihr Wesen geschrieben: "… so bin ich halt, hell-dunkel, warm-kalt, oben-unten."

Text: Boris Friedewald

Bauhaus-Archiv Berlin
Karla Grosch und Studierende auf der Terrasse vor der Kantine, mit Hockern von Marcel Breuer, Foto: unbekannt, um 1929.
  1. Literatur:
  2. Klee, Felix (1960): Paul Klee. Leben und Werk in Dokumenten, Erschienen in der Reihe "Atelier", Zürich.
  3. Klee, Felix (1979): Paul Klee, Briefe an die Familie 1893-1940, Cologne.
  4. Kunsthistorisches Seminar der Friedrich Schiller-Universität, Jena u.a. (1999): Paul Klee in Jena 1924, Der Vortrag, In der Reihe "Minerva", Jenaer Schriften zur Kunstgeschichte, Vol. 10, Gera 1999.
  5. Unveröffentlichte Briefen von Karla Grosch und Lily Klee, Stadtarchiv Zürich.
  6. Zwei Texte von Karla Grosch aus der Zeit in der Palucca-Schule im Palucca-Archiv der ADK.
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