Carl Marx

1932–1933 Studierender am Bauhaus

Porträt Carl Marx / Foto: unbekannt, o.D.

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Im Alter von 15 Jahren begann Carl Marx eine Lehre als Dekorationsmaler in Dessau, die er 1929 abschloss. Nebenher besuchte er Zeichenkurse in der Abendschule. Während seiner Lehre trat Marx der Sozialistischen Arbeiterjugend bei und ging zwischen 1929 bis 1931 auf Wanderschaft durch die Schweiz und Österreich. Kaum zurück, kam er 1932 ans Bauhaus Dessau, wo er zunächst den Vorkurs bei Josef Albers und dann den Unterricht bei Wassiliy Kandinsky und Joost Schmidt besuchte. Er belegte außerdem Kurse bei Ludwig Mies van der Rohe, Hinnerk Scheper und, nach dem Umzug des Bauhauses nach Berlin, in der Werkstatt für Reklame, Typografie und Druckerei bei Joost Schmidt sowie in der Fotografieabteilung bei Walter Peterhans.

Nach Kriegsende kehrte Marx zurück nach Dessau und befasste sich zunächst mit den Wiederbelebungsversuchen des Bauhauses. Ab 1947 arbeitete Marx als freischaffender Maler und fand erst allmählich zu einem eigenen künstlerischen Stil.

In den Fünfzigerjahren schuf er, oft zusammen mit Kollegen, auch architekturbezogene Arbeiten. Auf einen festen Kreis von Liebhabern seiner Kunst konnte Marx erst ab den Sechzigerjahren zählen, Gelegenheiten für Ausstellungen boten sich ihm nur selten. Marx gehörte zu den Außenseitern der Kunstszene in der ehemaligen DDR. Das Leben des eigenbrötlerischen und zugleich lebenshungrig-liebenswürdigen Künstlers war geprägt von der Situation eines selbstgewählten „Gegenlebens“. Seine Modelle fand Marx in Dessaus Bädern in grüner Umgebung – bevorzugt im Sommer, wenn die Atmosphäre seiner Vorstellung eines besseren Lebens in sinnenfreudigen und unverkrampften menschlichen Beziehungen nahe kam.

1971 widmete die Galerie Moritzburg in Halle Carl Marx eine erste Einzelausstellung. Von diesem Zeitpunkt an gelangten seine Bilder auch öfter in öffentliche Sammlungen. Die bislang größte Retrospektive fand 1986 zu Marx’ 75. Geburtstag im Bauhaus Dessau statt.

Text: bauhaus-online.de

  1. Literatur:
  2. Hütt, Wolfgang (1978): Carl Marx, Dresden.
  3. Hütt, Wolfgang (2002): Ergötzliche Briefe des Dessauer Malers Carl Marx an Wolfgang Hütt, Halle.
  4. Potsdamer Kunstverein (2011): Carl Marx. Freche, gute Bilder. Werke aus dem Nachlass, Potsdam.
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