Eduard Ludwig

1928–1932 Studierender am Bauhaus

Porträt Eduard Ludwig / Foto: unbekannt, um 1950.

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Eduard Ludwig erlernte in der väterlichen Werkstatt das Tischlerhandwerk und besuchte nach der Lehre die Kunstgewerbefachschule in Blankenburg (Harz). Nach einem Aufenthalt an der Akademie für Kunstgewerbe kam er zum Wintersemester 1928–1929 ans Bauhaus Dessau. Hier wurde er unter Direktor Ludwig Mies van der Rohe zu einem der bevorzugten Schüler. Bei ihm legte er auch sein Diplom ab. 1931 stellte ihm Mies die Aufgabe, einen Entwurf für den Umbau des Bekleidungshauses Borchardt zu zeichnen. Das Glashaus mit der filigranen, nur durch schmale Deckenkanten gestreckten Rasterfassade wurde nie gebaut. 1932 zeichnete Ludwig für Mies den Entwurf der Trinkhalle, die aus einer die Dessauer Meisterhaussiedlung begrenzende Mauer auskragte. Es blieb der einzige Bau, den der dritte und letzte Bauhausdirektor in Dessau realisierte.

Stiftung Bauhaus Dessau / © unbekannt
Projekt für den Umbau des Kaufhauses Borchardt in Dessau, Ansicht der Fassade, Entwurf: Eduard Ludwig, 1931.

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Bis 1937 blieb Eduard Ludwig Mies verbunden, später gründete er sein eigenes Büro. Nach dem Krieg erhielt er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste, nahm 1946 an der Ausstellung „Berlin plant“ mit einer preisgekrönten Gruppe von Hofhäusern teil und schuf 1957 für die Interbau im Berliner Hansaviertel luftige und bequeme Atriumhäuser für verschieden große Familien. Eine Ikone wurde sein Luftbrückendenkmal vor dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Nach seinem Unfalltod im Jahr 1960 führte der Architekt Karl Otto Ludwigs Entwurf für die evangelische Martinus-Kirche in Berlin-Tegel 1967 zu Ende.

Text: bauhaus-online.de

Stiftung Bauhaus Dessau / © Irmela Schreiber
Trinkhalle in Dessau, Entwurf: Ludwig Mies van der Rohe / Foto: Fritz Schreiber, 1932.
  1. Literatur:
  2. Erfurth, Helmut & Elisabeth Tharandt (1995): Ludwig Mies van der Rohe. Die Trinkhalle, sein einziger Bau in Dessau. Die Zusammenarbeit mit dem Bauhausstudenten Eduard Ludwig, Dessau.
  3. Kowa, Günter (2010): Wer war Eduard Ludwig?, in: Bauwelt, Jg. 2010, Heft 7/8, S. 8–11.
  4. Kühne, Günther (1987): Ludwig, Eduard, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Band 15, Duncker & Humblot, Berlin.
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