Magda Langenstraß-Uhlig

1924–1926 Studierende am Bauhaus

Potsdam Museum / unbekannt
Porträt Magda Langenstrass-Uhlig, Foto: unbekannt, um 1933.

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Die am 11. November 1888 in Zillbach/Thüringen geborene Künstlerin besuchte zwischen 1895 und 1903 die höhere Töchterschule in Bad Berka, wo ihr Interesse und Talent für Malerei entdeckt und gefördert wurde. Danach lebte sie für ein Jahr in einem Mädchenpensionat in Erfurt, an dem sie weiterhin Zeichenunterricht erhielt. Der Umzug der Eltern nach Weimar 1904 ermöglichte den Besuch der dortigen Großherzoglichen Zeichenschule und verschiedener fakultativer Kurse an der Großherzoglichen Kunstschule von 1905 bis 1906. An der Kunstschule war Langenstraß-Uhlig ab 1907 immatrikuliert. Ihr Studium bei Schneider, Mackensen, Melcher und Olde schloss sie am 21. Juni 1911 mit einem Malerei-Diplom ab. Im Jahr darauf übersiedelte die Malerin nach Jena, um dort freischaffend tätig zu sein. Dort heiratete sie 1914 den angehenden Arzt Karl Langenstraß mit dem sie bis 1918 in Ilsenburg wohnte. Während des Ersten Weltkrieges begleitete sie ihren Mann in die verschiedenen Lazarette, in denen er als Truppenarzt wirkte, und zeichnete das dort Gesehene. Im Januar 1918 kam es zu Kontakten mit Herwarth Walden und damit zu einer künstlerischen Neuorientierung. Die Werke Klees und Kandinskys, des deutschen Expressionismus wurden wichtig. Im Juni 1919 stellte Magda Langenstraß-Uhlig gemeinsam mit Kurt Schwitters in der STURM-Galerie aus.

Karl Peter Röhl Stiftung, Weimar / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Übung aus dem Farbkurs von Paul Klee, Autor: Magda Langenstraß-Uhlig, 1925.

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1920 erfolgte der Umzug nach Egloffstein bei Nürnberg. In diesem Jahr und 1923 wurden die Töchter Sinje und Gudrun geboren. Nachdem Karl Langenstraß in die USA ausgewandert war, studierte Magda von 1924 bis 1926 am Bauhaus in Weimar und Dessau. Dort besuchte sie den Vorkurs von Albers und Moholy-Nagy, die Kurse zur Form- und Farbenlehre bei Klee und Kandinsky sowie den Unterricht Joost Schmidts zur Schrift. Zudem war sie unter Muche und Gunta Stölzl in der Webereiwerkstatt tätig.

Der Ausbildung am Bauhaus folgten 1926–1927 Kurse in der Mal- und Modellierschule von Arthur Lewin-Funke in Berlin. In dieser Zeit siedelte sie nach Rehbrücke bei Potsdam über. Bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung beschäftigte sich Langenstraß-Uhlig mit abstrakter Malerei. Nach 1933 zog sich die Künstlerin, die von 1925 bis 1932 Mitglied der Berliner Künstlervereinigung „Internationale Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten e.V./Die Abstrakten/Die Zeitgemäßen“ gewesen war, aus dem öffentlichen Kunstgeschehen zurück. Studienreisen nach Italien (1934) und in die USA (1935) bezeugen dennoch ihr anhaltendes Interesse an der Kunst.

Die erhöhte Bombengefahr in Berlin zwang Magda Langenstraß-Uhlig, 1944–1945 mit ihren Kindern nach Bayern umzuziehen. Nach dem Krieg ging sie nach Rehbücke zurück, wo sie 1951–1952 die Bauhaus-Farbenlehre rekonstruierte. Im Jahr 1952 übersiedelte Langenstraß-Uhlig in die Bundesrepublik Deutschland. Hier wohnte sie u.a. in Frankfurt a.M. und in Marburg. Am 2. Oktober 1965 starb Magda Langenstraß-Uhlig in Wehrda.

  1. Literatur:
  2. Götzmann, Jutta & Anna Havemann (2015): Künstlerinnen der Moderne. Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit, Berlin.
  3. Siebenbrodt, Michael (2002): Magda Langenstraß-Uhlig. Von der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar zum Bauhaus, Weimar.
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