Bühne

1921–1929

Stiftung Bauhaus Dessau / © Dr. Stephan Consemüller

Meister & Lehrende

Lothar Schreyer, 1921–1923   
Oskar Schlemmer, 1923–1929

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Walter Gropius sah strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Bau und Bühne. Um die Methoden der Bühnenarbeit zu erforschen, ließ er eine Bühnenwerkstatt einrichten, an der die Studierenden aller Fachrichtungen mitwirken sollten. Mit dem Aufbau der Werkstatt betraute Gropius den Bühnenbildner und Dramaturgen Lothar Schreyer, der von 1918 bis 1921 Leiter der expressionistischen Sturm-Bühne in Berlin war.

Schreyer versteckte seine Figuren hinter geometrischen Ganzkörpermasken und erkundete so vor allem Fragen der Formsprache. Seine Stücke wie „Mondspiel“ oder „Kreuzigung“ fanden am Bauhaus jedoch wenig Zustimmung. 1923 verließ Schreyer die Schule. Sein Nachfolger wurde Oskar Schlemmer, der im selben Jahr sein 1922 entstandenes „Triadisches Ballett“ am Bauhaus aufführen ließ. Schlemmer entwickelte eine Bühnentheorie, in der die Beziehung des Menschen zum Raum in Vordergrund stand. In Dessau schuf er mit den Bauhaus-Tänzen die prägenden Stücke der Bühne.

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Ab 1928 fand Schlemmer, dessen Werkstatt nur über einen bescheidenen Etat verfügte, immer weniger Zeit für die Bühnenarbeit. Er begann mit seinem Unterricht „Der Mensch“ und lehrte zusätzlich Aktzeichnen. In der Bühnenarbeit sah sich Schlemmer schließlich einer Gruppe junger kommunistischer Studenten gegenüber, die als „Junge Gruppe“ politisches Agitationstheater am Bauhaus einführten. Mit einem eigenen Stück durften sie sogar an der einzigen Tournee der Bauhaus-Bühne teilnehmen. 

Bereits 1926 hatte Xanti Schawinsky, der lange Zeit Mitglied der Bauhaus-Bühne war, er ein Engagement für eine Spielzeit am Zwickauer Stadttheater, wo er als Bühnenbildner agierte. Nach seiner Rückkehr ans Bauhaus 1927 gab er Kurse über seine gesammelten praktischen Erfahrungen. Mit dem Rücktritt von Walter Gropius als Bauhausdirektor und der Neuanstellung von Hannes Meyer wurde Schawinsky zum Lehrer für Bühnenbilddesign berufen. Im Sommer 1929 reichte Schlemmer seine Kündigung ein. Um Kosten zu verringern, ließ Hannes Meyer die Bauhaus-Bühne nach dem Weggang Schlemmers schließen.

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