Tischlerei

1919–1933 (ab 1929 Ausbauabteilung)

Stiftung Bauhaus Dessau / © Ursula Kirsten-Collein
Bauhäuslerin in der Tischlerei des Bauhauses Dessau, Foto: Edmund Collein, 1928–1929.

Meister und Lehrende

Johannes Itten, 1919–1922
Walter Gropius, 1922–1925
Marcel Breuer, 1925–1928

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Die Tischlerei des Bauhauses wurde seit 1919 zunächst von Johannes Itten als Formmeister geleitet, bis Walter Gropius sie 1922 übernahm. Die ersten Möbel, die ausschließlich traditionell-handwerklich gefertigt wurden, sind noch stark vom Expressionismus der frühen Weimarer Jahre geprägt, wie etwa Marcel Breuers von Hand geschnitzter Afrikanischer Stuhl. Auch Johannes Ittens Unterricht beeinflusste die Arbeit in der Möbelwerkstatt, wie sich an Farb- und Formgebung von Peter Kelers Wiege ablesen lässt, die aus Kreis, Quadrat und Dreieck besteht.

Doch mit der Entwicklung von Breuers Lattenstuhl 1922 vollzog sich in der Tischlerei die Hinwendung zum aus standardisierten Bauteilen zusammengesetzten Typenmöbel. Diese Möbel stellte die Tischlerei nun in Kleinserien her. Alle Modelle wurden auf ihre Form und Funktion hin untersucht und zielten auf eine grundlegende Reform des Wohnens. Als Beispiel dieser neuen Raumästhetik diente das 1923 fertiggestellte Direktorenzimmer von Walter Gropius in Weimar. Zentimetergenau wurden dort alle Möbel in den Raum eingepasst.

In Dessau konnte die Tischlerei ihre Kontakte zur Industrie ausbauen. Unter Marcel Breuer wurde das neue Material Stahlrohr eingeführt und 1925–1926 der erste Stahlrohrstuhl der Welt gebaut. Die seriellen Fertigungsmethoden der Möbel wirkten sich zunehmend auf die Form aus. Unter dem Direktorat von Hannes Meyer wurde eine neue Schlichtheit des Materials angestrebt und unter dem Motto „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ zunehmend mit Sperrholz gearbeitet, um den Kaufpreis zu senken.

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