Wandmalerei

1920–1933 (ab 1929 Ausbauabteilung)

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Farbplan für die Außengestaltung der Meisterdoppelhäuser in Dessau, Alfred Arndt, 1926.

Meister und Lehrende

Johannes Itten
Oskar Schlemmer
Wassily Kandinsky
Hinnerk Scheper
Alfred Arndt

HEADLINE

Die frühen Arbeiten der Werkstatt für Wandmalerei, die zunächst von Johannes Itten, Oskar Schlemmer und ab 1922 bis 1925 von Wassily Kandinsky geleitet wurde, umfassten die farbige Gestaltung von Spielzeug, Möbeln und Architektur. In Ermangelung anderer Aufträge bestand die erste architekturgebundene Aufgabe der Werkstatt in der Ausmalung der Flure und der Kantine des Weimarer Bauhaus-Gebäudes nach Vorgaben Ittens.

Anlässlich der Bauhaus-Ausstellung von 1923 wurden verschiedene Projekte umgesetzt: Für das Werkstattgebäude des Bauhauses konzipierte Oskar Schlemmer figürliche Reliefs und Wandmalereien, die das Thema „Mensch“ bzw. „Bewegungsarten“ behandelten. Wassily Kandinsky ließ an den Wänden der Werkstatträume die Bandbreite des Unterrichts dokumentieren, der sowohl handwerkliche Fragen als auch die psychologische Wirkung der Farben einschloss, Einige Studenten gestalteten zudem ausgewählte Bereiche des Kunstschulgebäudes in unterschiedlichen Techniken. Die Wandbilder von Herbert Bayer im Nebentreppenhaus des Hauptgebäudes sowie die farbigen Wandfassungen im „Haus am Horn” von Alfred Arndt und Josef Maltan entstanden ebenfalls in diesem Zusammenhang.

Die von Gropius entworfenen Meisterhäuser in Dessau wurden mittels der von den Meistern eigens für ihre jeweiligen Häuser entwickelten Farbkonzepte individuell gestaltet. Von 1925 bis 1933 leitete Hinnerk Scheper die Werkstatt für Wandmalerei, in welcher er zuvor ausgebildet worden war. Er legte Wert darauf, Farbe nicht als Gestaltungselement dominieren zu lassen, sondern sie in Abhängigkeit zur Architektur einzusetzen. Für ihn sollte der Charakter des Anstrichs der Funktion der Architekturelemente entsprechen.

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Die Nutzung der Farbe als Leit- und Orientierungssystem war ein weiterer Ansatzpunkt Schepers, der sich von 1929 bis 1931 in Moskau aufhielt. Hier baute er eine Beratungsstelle für sein Fachgebiet auf und leitete ein Entwurfsbüro. Während Schepers Abwesenheit übernahm Alfred Arndt die Leitung der Werkstatt für Wandmalerei. Obwohl das Bauhaus der Verwendung von Tapeten sehr kritisch gegenüberstand, gelang es der Firma Rasch aus Hannover 1929, einen Exklusivvertrag mit der Schule abzuschließen. Entscheidendes Argument dabei war, dass der Einsatz von industriell hergestellten Tapeten eine kostengünstige und zeitgemäße Wandgestaltung im Siedlungsbau ermöglichte. Die studentischen Entwürfe für das erfolgreichste Standardprodukt des Bauhauses fußten auf den in der Werkstatt für Wandmalerei erzielten Erkenntnissen, wie beispielsweise zu Strukturen und den Wechselwirkungen von Oberflächen und Farben.

Bauhaus-Archiv Berlin / © Nachlass Scheper, Berlin
Versuch einer farbigen Fassadenbemalung des Bauhauses Dessau, Perspektive von Südosten, Autor: Hinnerk Scheper, 1926.
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