Haus Lemke, Berlin

Ludwig Mies van der Rohe, 1933

Haus Lemke Berlin, Architektur: Ludwig Mies van der Rohe, 1933.

Text

Das L-förmig angelegte Wohnhaus nimmt im Œuvre Mies van der Rohes eine Sonderstellung ein. Es ist das einzige, dem Typus des Hofhauses entsprechende Gebäude, das Mies in den 1930er Jahren verwirklichen konnte. Die Entwurfsarbeit wurde stark von den finanziellen und formalen Vorgaben des Bauherrn, Karl Lemke, beeinflusst, der das Haus sowohl als privaten Zufluchtsort als auch zu Repräsentationszwecken nutzen wollte. Obwohl das Gebäude in Massivbauweise errichtet wurde, was der sonst für Mies typischen offenen Raumstruktur zuwiderlief, setzte der Architekt sein Konzept des „fließenden Raumes“ um.

Für Haus Lemke wandte er es auf die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum an: Die gartenseitig angelegte, von beiden Flügeln des Hauses umschlossene Terrasse kann durch die geöffneten Fensterfronten des Arbeitszimmers, das gleichzeitig als Halle diente, bzw. des Wohn- und Speisezimmers betreten werden. Der ebenerdige Zugang erweitert die Räume in die Landschaft.

[AG 2015]

  1. Literatur:
  2. Noack, Wita (2008): Konzentrat der Moderne. Das Landhaus Lemke von Mies van der Rohe. Wohnhaus, Baudenkmal und Kunsthaus, München/Berlin.

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