Klassik Stiftung Weimar / © Karl-Peter-Röhl-Stiftung, Weimar
Drei Handpuppenköpfe (Gerichtsdiener, Doktor, Tod), Autor: Karl Peter Röhl, um 1920, Holz.

Text

Karl Peter Röhl gehörte zu den wichtigsten Studentenpersönlichkeiten am frühen Bauhaus. Er war der Gewinner des Wettbewerbs für das erste Bauhaus-Signet 1919. 1922 fand in seinem Atelier der berühmte De Stijl-Kurs von Theo van Doesburg statt, der zur Neuprofilierung des Bauhauses zu einer modernen Gestaltungshochschule beitrug. Die Puppenköpfe Röhls verweisen auf die Bühnenwerkstatt des Bauhauses. Theater, Musik, Tanz und Performances gehörten von Beginn an zum Leben und Arbeiten am Bauhaus. Sie waren Bestandteil des universellen Ausbildungskonzeptes am Bauhaus, das auf die Ausbildung aller Talente der Studenten ausgerichtet war. Die handschnitzten und bemalten Handpuppenköpfe Röhls vereinen Elemente der naiven Kunst und bäuerliche Traditionen mit expressionistischen Einflüssen. Paul Klee schuf von 1916 bis 1925 vergleichbare Handpuppen mit Gipsköpfen, während Gerhard Marcks seine Puppen um 1920 auch aus Holz schnitzte. 1923 steuerte Eberhard Schrammen sechs gedrechselte Stabpuppen und Kurt Schmidt mit Toni Hergt zahlreiche Marionetten für das Puppenspiel „Die Abenteuer des kleinen Buckligen“ zum Thema Puppentheater bei.

[AG 2015]

  1. Literatur:
  2. Siebenbrodt, Michael & Constanze Hofstaetter (1997): Karl Peter Röhl in Weimar 1912–1926, Weimar.

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