Fotostudie mit Spielzeugpistole und Zuckerstücken

Etel Fodor-Mittag, 1928

Bauhaus-Archiv Berlin / © Thomas und Michael Mittag
Fotostudie mit Revolver und Zuckerstücken / Foto: Etel Fodor-Mittag, 1928.

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Am Bauhaus entstanden bereits 1928, ein Jahr vor Gründung der Fotoklasse, erste semiprofessionelle Aufnahmen von Etel Fodor-Mittag, darunter ein ironisches Stillleben, in welchem eine Spielzeugpistole drei Zuckerstückchen in Richtung eines Wasserglases abschießt. Die verbrauchten, auf einem Band aufgereihten Amorces (Zündblättchen) transportierte die Pistole nach oben ab, was in dieser Fotografie wie Qualm, der beim Abfeuern aus der Waffe verpufft, erscheint. Im Hinblick auf die politischen Entwicklungen Ende der 1920er Jahre und die sozialistischen Ansichten Mittag-Fodors kann dieses Bild als pazifistische Stellungnahme gedeutet werden: Zucker statt Patronen, Spielzeugpistolen statt echte Waffen, Spaß statt Ernst. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Vorkursarbeit aus dem Unterricht Josef Albers. Die Studentin entwickelte in der Grundlehre schnell ein Gefühl für Textur. In Experimenten mit Sand, Papier, Draht, Eierschalen und anderen Materialien sollten die Studenten eigene, bisher noch nicht gesehene Kunstwerke erschaffen. 

 [AG 2015]

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