Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Selbstporträt, Lucia Moholy, 1930.

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Lucia Moholys Selbstporträt ist beispiellos. Beispiellos in der oft von Experimentierwillen und der Freude am Schnappschuss bestimmten Fototradition des Bauhauses sowie in den Stilrichtungen des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit. Beispiellos aber auch im Œuvre der Fotografin, das sich vor allem durch die nüchterne Wiedergabe von Objekten und Personen auszeichnet. Dieses eine Mal lässt Lucia Moholy einen Interpretationsspielraum, zeigt sie die Porträtierte – also sich selbst – verwundbar (wenn auch reserviert), in kontemplativer Haltung. Möglicherweise reagiert sie damit auf ihre veränderte Lebenssituation: die im Jahr zuvor vollzogene Trennung von ihrem Mann und die durch ihre Anstellung an der Berliner Itten-Schule erst kurz zuvor erfolgte Lösung vom Bauhaus.

[AG 2015]

  1. Literatur:
  2. Schädlich, Anja (2009): Begegnung mit sich selbst. Lucia Moholys Selbstporträt, in: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Stiftung Bauhaus Dessau und Klassik Stiftung Weimar (Hrsg.): Modell Bauhaus, Ostfildern, S. 287–290.

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