Klassik Stiftung Weimar / Lutz Könecke
Hohe Deckelkanne mit Ritzdekor, Otto Lindig, 1922.

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Otto Lindig hatte seit 1913 bereits an der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule unter Leitung von Henry van de Velde und ab 1915 an der Großherzoglichen Kunsthochschule und am Bauhaus in Weimar Bildhauerei bei Richard Engelmann studiert, bevor er 1920 in die Keramikwerkstatt des Bauhauses nach Dornburg wechselte. Mit der Hohen Deckelkanne mit Ritzdekor als Gesellenstück beendete er 1922 die Ausbildung erfolgreich und schuf ab 1923 mit seiner Kombinationsteekanne L 1 erste Keramiken in Gusstechnik. In seiner Gesellenarbeit verbindet Lindig seine bildhauerischen Erfahrungen mit traditionellen Töpfertechniken bis hin zum Ritzdekor, der bereits in der Jungsteinzeit angewendet wurde. Der Kannenkörper erinnert an eine beleibte männliche Figur, die ihren heiteren Abschluss durch einen Deckel findet, der an einen Hut erinnert. Die leuchtend gelbe Glasur unterstützt die lebendige Ausstrahlung dieser Arbeit und wurde von Lindig auch bei anderen Keramiken verwendet. 1924 übernahm Lindig zuerst die technische und danach auch die kaufmännische Leitung der Marstallwerkstatt des Bauhauses in Dornburg.

[MS]

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