Hamburg

Hanseatische Moderne

© Esther Westerveld (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chilehaus_-_Hamburg.jpg) lizenziert unter CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en)
Hamburg, Chilehaus (2013)

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Neben dem international bekannten und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Kontorhausviertel prägte der Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher in seiner Schaffenszeit die Hansestadt durch zahlreiche weitere städtebauliche und architektonische Werke: So sind die in den 1920er-Jahren entstandenen Siedlungen Jarrestadt oder Dulsberg Planungen, die mit Weitblick auch heute noch sozialen und gestalterischen Anforderungen gerecht werden. Architektonisch zählen öffentliche und kulturelle Bauten ebenso zu seinem Oeuvre wie Bildungs- oder Bürogebäude.

Als Zeitgenosse und Freund Schumachers schuf der Altonaer Bausenator Gustav Oelsner in der damals noch unabhängigen Stadt eines der ehrgeizigsten städtebaulichen Programme der Weimarer Republik: das „Neue Altona“. Kommunaler Wohnungsbau wie der „Wohnblock Lunapark“ oder öffentliche Gebäude wie das „Haus der Jugend“ wurden im Sinne des „Neuen Bauens“ errichtet.

Der Architekt Karl Schneider entwarf in den 1920er-Jahren hochmoderne Landhäuser, Kulturbauten sowie Wohn- und Industrieanlagen Hamburgs, die deutliche Bezüge zum Bauhaus aufweisen. Mit seinem Entwurf zum „Hamburger Kunstverein“ (zerstört) und dem kleinen „Haus Werner“ erreichte er internationales Aufsehen und war 1932 Teil der Ausstellung „Modern Architecture International Exhibition“ im MOMA New York City. Sein „Landhaus Michaelsen“ ist heute Puppenmuseum und weitgehend in seinem originalen Zustand erhalten.

Der Moderne verpflichtet prägten diese und zahlreiche weitere Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten das Bild der Stadt Hamburg in den 1920er- Jahren baukulturell, ohne den Bezug zur Tradition zu verlieren. Ihr Einfluss ist bis in die heutige Zeit in der Stadtentwicklung ablesbar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Bauhausschüler wie Kurt Kranz, Otto Lindig oder Gustav Hassenpflug an der Hochschule für bildende Künste eine Anstellung. Der prägende Bauhausgedanke konnte, trotz der Emigration zahlreicher Protagonisten in der Zeit des Nationalsozialismus, in die Kunstausbildung weitergetragen werden.

Zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses geht es um die Entwicklung der Moderne im Kontext der vielfältigen zeitgleichen Strömungen in Architektur, Städtebau und Design, aber auch um andere Künste, die mit den Konventionen ihrer Zeit brechen oder gebrochen haben. In Hamburg bündeln sich 2019 eine Vielzahl kultureller und baukultureller Ereignisse: darunter der 150. Geburtstag Fritz Schumachers, 100 Jahre Hamburger Sezession und 25 Jahre Architektursommer, aber auch 150 Jahre Gartenschau und 150 Jahre Kunsthalle.

[AB 2017]

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