Thüringen

Geburtsland des Bauhauses

Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar
Hauptgebäude der Bauhaus-Universität, Architektur: Henry van de Velde, 1904–11 / Foto: Christoph Petras, 2011.

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Den Grundstein zum Bauhaus legte Henry van de Velde bereits 1902 mit dem Kunstgewerblichen Seminar in Weimar, das 1908 in die Großherzoglich Sächsische Kunstgewerbeschule überging. 1919 vereinigte Walter Gropius diese mit der  ehemaligen Großherzoglichen Kunsthochschule zum Staatlichen Bauhaus Weimar, das bis 1925 u. a. in van de Veldes Bau für die Kunstgewerbeschule arbeitete. Im gegenüberliegenden, ebenfalls von van de Velde errichteten Gebäude der Kunsthochschule finden sich neben Reliefs und Wandmalereien von Herbert Bayer und Joost Schmidt auch das 1923 gestaltete und 1999 rekonstruierte Direktorenzimmer von Walter Gropius. Heute ist das Gebäude Sitz der Bauhaus-Universität Weimar und gehört zusammen mit anderen Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar
Haus am Horn, Architektur: Georg Muche, 1923 / Foto: Christoph Petras, 2011.

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An der ersten Wirkungsstätte sammelt, erforscht und präsentiert ein Netzwerk von Institutionen das Erbe und die Rezeption des Bauhauses, darunter das Landesarchiv Thüringen mit dem Hauptstaatsarchiv Weimar, die Bauhaus-Universität, das Stadtmuseum und das Stadtarchiv Weimar sowie das Bauhaus-Museum der Klassik Stiftung Weimar. Diese besitzt heute eine Sammlung von mehr als 13.000 Bauhaus-Objekten, darunter die weltweit älteste und von Walter Gropius autorisierte Kollektion. Das Hauptstaatsarchiv Weimar beherbergt sämtliche, das frühe Bauhaus betreffende Archivalien.

Foto: Christoph Petras, 2011 / Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar
Dorfkirche Gelmeroda, das bedeutendste Motiv im Werk Lyonel Feiningers.

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Freistaat Thüringen

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Auch über Weimar hinaus hat das Bauhaus im gesamten Land Thüringen Spuren hinterlassen – etwa die Kirche in Gelmeroda, die als eines der bedeutendsten Motive des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger das Titelblatt des Programms des Staatlichen Bauhauses in Weimar zierte und damit weltweite Berühmtheit erlangte, oder die von Walter Gropius entworfenen Häuser Auerbach und Zuckerkandl in Jena und nicht zuletzt das von Alfred Arndt fertiggestellte „Haus des Volkes“ in Probstzella, dessen gesamte Innenausstattung in den Bauhaus-Werkstätten entstand. Ebenfalls in Gelmeroda baute der Bauhäusler Ernst Neufert 1929–30 sein Wohn-und Atelierhaus. Seit 1999 erinnert hier die sogenannte Neufert-Box an seine berühmte „Bauentwurfslehre“ von 1938, die international zu einem Standardwerk der Architekturausbildung avancierte.

Als erste Wirkungsstätte des Bauhauses ist Weimar ein zentraler Ort des Jubiläums 2019, von dem zahlreiche Aktivitäten ausgehen. Das bauhaus museum weimar eröffnet zum Bauhaus-Jubiläum 2019 und wird neben dem historischen Bauhaus-Bestand bedeutende Werke der internationalen Designgeschichte aus zwei Jahrhunderten vorstellen. Hier startet 2019 die Ausstellung der Klassik Stiftung Weimar, die in einem spannenden Projekt am historischen Bauhaus entstandene Werke mit aktuellen Arbeiten von heutigen Studierenden der Bauhaus-Universität verbinden wird.

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