Bis zum 31. Oktober ist im Bauhaus Dessau die Ausstellung „Carl Fieger. Vom Bauhaus zur Bauakademie“ zu sehen. Mit dem „Baukasten Fieger“ der Bauhaus Agenten können Besucher in der Ausstellung selbst zum Baumeister werden.

Digitaler Baukasten – „Baukasten Fieger“ in der Erprobung durch die ersten Besucher während der Ausstellungseröffnung. © Thomas Meyer / OSTKREUZ
Digitaler Baukasten – „Baukasten Fieger“ in der Erprobung durch die ersten Besucher während der Ausstellungseröffnung. © Thomas Meyer / OSTKREUZ

Carl Fieger war nicht nur lange Jahre die rechte Hand von Walter Gropius. Als Architekt hat er maßgeblich zur Entwicklung neuer Standards im Wohnungsbau beigetragen. Die Ausstellung im Bauhaus Dessau widmet sich dem mehr als 40 Jahre umfassenden Schaffen des exzellenten Entwurfszeichners und Architekten, das unter anderem auch den ersten Plattenbau der DDR umfasst. Die von Fieger entwickelten Typen und Module begegnen Ausstellungsbesuchern nicht nur in Form von originalen Zeichnungen und Modellen. Mit dem interaktiven „Baukasten Fieger“, den die Dessauer Bauhaus Agenten entwickelt haben, werden Fiegers Bauteile zu Elementen für völlig neue Architekturen und Stadtlandschaften. Auf die Frage, die Carl Fieger als Architekt maßgeblich prägte, entstehen so eine Vielzahl individueller Antworten: Wie kann aus genormten Einzelteilen etwas Einzigartiges entstehen?

Der Baukasten Fieger ist ein interaktives Angebot, das Besucher unabhängig vom Vorwissen anspricht und Zugänge für unterschiedlichste Altersgruppen bietet. Entwickelt haben es die Dessauer Bauhaus Agenten Tabea Kießling und Philine Sollmann gemeinsam mit BadaboomBerlin. Das Duo ist bekannt für seine spielerischen interaktiven Installationen. BadaboomBerlin kombiniert analoge Kreationen mit digitale Medien, um aus Betrachtern aktiv Mitwirkende und Gestaltende zu machen. Diese Herangehensweise bildete auch die Grundlage für die Umsetzung des „Baukasten Fieger“.

Besucher können Teile des Baukastens Fieger neu zusammensetzen und kombinieren – ganz analog, mit den eigenen Händen. Die neu entstandenen Bauten werden in eine digitale Stadtlandschaft übertragen. Mittels Sensoren und Kameras tauchen die Baumeister selbst in die Szenerie ein und gestalten so ihre eigene Stadt.

 

(LR 2018) 

Digitaler Baukasten – „Baukasten Fieger“ © Thomas Meyer / OSTKREUZ
Digitaler Baukasten – „Baukasten Fieger“ © Thomas Meyer / OSTKREUZ