Im Juli trafen sich Wissenschaftler, Künstler und Kuratoren, um das zweite Kapitel des internationalen Jubiläumsprogramms „Migrant Bauhaus" vorzubereiten.

Faculty of Humanities, University of Ife, Nigeria, architecture: Arieh Sharon, 1962 / photo: unknown. Courtesy of Ariel Aloni (ariehsharon.org)
Faculty of Humanities, University of Ife, Nigeria, architecture: Arieh Sharon, 1962 / photo: unknown. Courtesy of Ariel Aloni (ariehsharon.org)

Vom 6. bis 8. Juli 2017 trafen sich deutsche und internationale Wissenschaftler sowie Künstler und Kuratoren zu einem Gedankenaustausch im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW). Zusammengeführt hatte sie ein interner Workshop des Projektes „Migrant Bauhaus“, eine Gemeinschaftsproduktion des Bauhaus Verbunds 2019, des Goethe-Instituts und des Hauses der Kulturen der Welt.

Anlässlich des runden Jubiläums „100 jahre bauhaus“ im Jahr 2019 untersucht das von Marion von Osten und Grant Watson kuratierte Projekt Migrant Bauhaus die globale Verflechtungsgeschichte des Bauhauses. Hierzu arbeitet es mit lokalen Kunst- und Kulturinstitutionen in Afrika, Asien, Nord- und Südamerika sowie in Europa zusammen.

In den drei Ausstellungskapiteln „Correspondence“, „Designing Life“ und „Vernacular Modernism“ erforscht Migrant Bauhaus im Jahr 2018 in Indien, Japan, China, Russland und Brasilien die internationale Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte der Praxis und Pädagogik des Bauhaus vor dem Hintergrund der radikalen geopolitischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts. Veranstaltungen in Marokko, Nigeria und den USA ergänzen dabei inhaltliche Stränge oder eröffnen neue Perspektiven. Im Jubiläumsjahr 2019 werden diese, erstmals vereint und um einen vierten Schwerpunkt mit dem Titel „Undead“ erweitert, in einer großen Gesamtschau im Haus der Kulturen der Welt (HKW) gezeigt.

In dem dreitägigen Workshop im HKW wurden die Inhalte und die konkrete Umsetzung des Ausstellungskapitels „Designing Life“ erarbeitet. „Designing Life“ untersucht, wie sich Designdebatten des Bauhauses im 20. Jahrhundert fortgesetzt haben und welche Relevanz diese noch heute besitzen. Mit unterschiedlichem Fokus präsentierten die Teilnehmer in diversen Vorträgen, Gruppenarbeiten und Diskussionen ihre individuellen Ansätze. Das Themenspektrum reichte dabei vom Campus der Chinese Academy of Arts (CAA) in Hangzhou (China), dem Beitrag der „Roten Bauhaus-Brigade“ zur kollektiven Entwicklung des öffentlichen Bauens in Moskau (Russland) bis hin zur 1962 von Arieh Sharon errichteten University Ile/Ife in Nigeria.

 

[AW 2017]