Was verbindet Alfeld mit Berlin, Darmstadt mit Dresden, Stuttgart mit Bernau? Die Grand Tour der Moderne führt die Besucher auf einer eigens konzipierten Route durch die Geschichte der Moderne in Deutschland. Dabei geht es vor allem, aber nicht ausschließlich um Architektur. Vermittelt werden sollen kulturhistorische Bezüge und gesellschaftspolitische Kontexte.

Ise Gropius im Auto (Adler-Limousine) vor dem Bauhausgebäude Dessau, mit dem Schatten des Fotografen. Foto: Walter Gropius, Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst Bonn, 2016
Ise Gropius im Auto (Adler-Limousine) vor dem Bauhausgebäude Dessau, mit dem Schatten des Fotografen. Foto: Walter Gropius, Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst Bonn, 2016

So verknüpft die Grand Tour die sinnliche Erfahrung des Reisens mit der Lust an der Entdeckung und dem Verstehen von Geschichte und Gegenwart. Rund 100 Orte werden auf der Grundlage ihrer kulturhistorischen Relevanz ausgewählt und zu einer attraktiven Reiseroute verbunden, die mit der Bahn, dem Auto oder dem Fahrrad erfahren werden kann. Klassische Ikonen und Streit-Objekte, Schlüsselbauten und Nebenschauplätze, Einzelgebäude und Siedlungen – das Spektrum reicht von den authentischen Bauhaus-Orten und UNESCO-Welterbestätten bis zu exemplarischen Bauten der Früh- und Nachkriegsmoderne.

Die enge Zusammenarbeit mit den Einrichtungen vor Ort sowie den zuständigen Tourismusverbänden und Marketingorganisationen stellt die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit aller Objekte sicher. Für die bestmögliche Orientierung der Reisenden wird ein multimediales Navigationsinstrument entwickelt, das sowohl als interaktive Website und mobile App als auch als gedruckter Reiseführer und Karte funktioniert. Neben der Absicht, ein lebendiges Verständnis für die Moderne zu vermitteln, besteht mit der Grand Tour die Chance, strukturschwache Regionen punktuell zu stärken und aktuelle Fragen der Stadt- und Landschaftsplanung zu adressieren. Nicht zuletzt schafft die Grand Tour 2019 in Deutschland optimale Voraussetzungen für den Aufbau einer Europäischen Route der Moderne ab 2020.