Bücher über das Bauhaus gibt es wahrlich schon eine Menge. Trotzdem sind noch lange nicht alle Fragen gestellt oder gar beantwortet. In einem internationalen Forschungsnetzwerk wird dem Für und Wider der Argumente ein Forum geboten, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Bauhaus gezielt zu fördern.

Kontraststudie mit verschiedenen Materialien aus dem Vorkurs von Johannes Itten, Entwurf: Moses Mirkin / Rekonstruktion: Alfred Arndt (1967), um 1922. Bauhaus-Archiv Berlin.
Kontraststudie mit verschiedenen Materialien aus dem Vorkurs von Johannes Itten, Entwurf: Moses Mirkin / Rekonstruktion: Alfred Arndt (1967), um 1922. Bauhaus-Archiv Berlin.

Die drei sammlungsführenden Einrichtungen in Berlin, Dessau und Weimar besitzen eine einmalige Bestands- und Forschungsstruktur. Studierende, Wissenschaftler und Hochschulen tragen weltweit mit eigenen Fragestellungen und Beiträgen zur Bauhaus-Forschung bei. Das internationale Forschungsnetzwerk bieten den wissenschaftlichen Diskussionen rund um Architektur, Gestaltung, Pädagogik, Kulturgeschichte, Produktionstechniken usw. eine Plattform für gemeinsame Veranstaltungen, Forschungsvorhaben und Publikationen im In- und Ausland.

Ein Fokus des Forschungsinteresses liegt u.a. auf der Auseinandersetzung mit dem Material. Im Zuge des sogenannten „Material Turn“ sind Objekte, Materialien und Originale wieder stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Daher liegt es nahe, sich mit dem „Material am Bauhaus“ zu beschäftigen. Den am Bauhaus entworfenen und produzierten Objekten kommt eine herausragende Bedeutung zu. Die Bauhäusler verbanden mit den Dingen gesellschaftsverändernde Kräfte, die zu einem kulturellen Wandel führen sollten, wie die Fertigung identischer Formen zum Abbau von Klassenunterschieden.