Paul Klee war Linkshänder. Er konnte aber beidhändig malen. Viele seiner Bauhaus-Studenten waren so tief beeindruckt von den künstlerischen Fähigkeiten des passionierten Malers, dass sie ihm eigene Werke widmeten. Oft als infantil verspottetet, trafen Klees reduzierte Gemälde den modernen Nerv der Zeit.

Portrait Paul Klee / Foto: Hugo Erfurth, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Portrait Paul Klee / Foto: Hugo Erfurth, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Zwischen 1899 und 1906 studierte Paul Klee in München an der Privatschule von Heinrich Knirr und danach an der Kunstakademie bei Franz von Stuck. 1910 fand in der Schweiz erstmals eine Einzelausstellung von Klee statt. In den folgenden Jahren baute er Kontakte zu den Künstlern Alfred Kubin und Wassily Kandinsky auf. In dieser Zeit nahm er auch an der zweiten Ausstellung des Blauen Reiters teil. 1912 reiste er nach Paris und lernte Künstler der französischen Avantgarde wie Robert Delaunay und Henri Le Fauconnier kennen. 1913 stellte Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin Werke von Klee aus. Außerdem war er mit Werken im Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin vertreten. 1914 unternahm er zusammen mit August Macke und Louis Moilliet eine Reise nach Tunis und Kairouan. Im selben Jahr wird er Mitbegründer der Neuen Münchener Sezession. 1919 nahm ihn der Münchener Galerist Hans Goltz unter Vertrag. Ebenfalls 1919 wurde Klee Mitglied im Rat bildender Künstler Münchens und im Aktionsausschuss Revolutionärer Künstler in München. 1920 folgte in der Galerie Goltz die erste große Einzelausstellung mit über 362 Werken von Klee.

Architektur m. d. Fenster, Autor: Paul Klee, 1919. Zentrum Paul Klee, Bern / © gemeinfrei.
Architektur m. d. Fenster, Autor: Paul Klee, 1919. Zentrum Paul Klee, Bern / © gemeinfrei.

Walter Gropius berief Klee 1920 an das Staatliche Bauhaus in Weimar. 1921 wurde er zum Leiter der Buchbinderwerkstatt, 1922 zum Leiter der Metallwerkstatt und von 1922/23 bis 1925 zum Leiter der Glasmalereiwerkstatt. Von 1921 bis 19241925 unterrichtete Klee in Weimar seine Elementare Gestaltungslehre im Vorkurs. 1924 wurde in New York eine erste Ausstellung zu Klee organisiert. Im selben Jahr war er zusammen mit den Künstlern Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger Mitbegründer der Gruppe „Die Blauen Vier”. Ein Jahr später organisierte die Pariser Galerie Vavin-Raspail erstmals in Frankreich eine Ausstellung mit Werken von Klee. 1925 erschien Klees „Pädagogisches Skizzenbuch” als zweiter Band der im Bauhausverlag herausgegebenen Reihe Bauhausbücher.

 

Die Heilige vom innern Licht, Autor: Paul Klee, 1921. Bauhaus-Archiv Berlin / © gemeinfrei.
Die Heilige vom innern Licht, Autor: Paul Klee, 1921. Bauhaus-Archiv Berlin / © gemeinfrei.

Von 1925 bis 1930 unterrichte er am Bauhaus Dessau seine Elementare Gestaltungslehre im Vorkurs. Von 1926–1927 bis 1930 war er Leiter des Unterrichts in Freier plastischer und malerischer Gestaltung, ab 1927 leitete er die Freie Werkstatt Malerei bzw. Freie Malklasse. Von 1927 bis 1929–1930 unterrichtete er Gestaltungslehre in der Weberei. Klee verließ das Bauhaus am 1.4.1931.

Paul Klee in seinem Atelier im Meisterhaus, Dessau, Foto: Lucia Moholy, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Paul Klee in seinem Atelier im Meisterhaus, Dessau, Foto: Lucia Moholy, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus 1931 erhielt er bis 1933 eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihm fristlos gekündigt. Noch im selben Jahr kehrte er in die Schweiz zurück. Das NS-Regime erklärte Klees Werke als entartet. 1937 veranstaltete die Berner Kunsthalle eine Retrospektive zu seinem Œuvre. Klee starb 1940 nach langer Krankheit in Muralto bei Locarno.

Feuer Abends, Autor: Paul Klee, 1929. The Museum of Modern Art, New York, Painting and Sculpture,  Mr. and Mrs. Joachim Jean Aberbach Fund / © gemeinfrei.
Feuer Abends, Autor: Paul Klee, 1929. The Museum of Modern Art, New York, Painting and Sculpture, Mr. and Mrs. Joachim Jean Aberbach Fund / © gemeinfrei.

Literatur:
Gerlach-Laxner, Uta & Ellen Schwinzer (2009): Lyonel Feininger – Paul Klee. Malerfreunde am Bauhaus, Ausstellungskatalog, Gustav-Lübcke-Museum Hamm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, Bramsche.
Herzogenrath, Wulf (2003): Paul Klee – Lehrer am Bauhaus, Bremen.
Hopfengart, Christine (2010): Klee trifft Picasso, Zentrum Paul Klee Bern, Ostfildern.
Scholz, Dieter (2008): Das Universum Klee, Ostfildern.
Wagner, Christoph (2005): Das Bauhaus und die Esoterik. Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Bielefeld.