Obwohl Edmund Collein nie Fotografie oder Reklame am Bauhaus oder anderswo studiert hatte, sind heute ausschließlich Fotoarbeiten des Bauhäuslers aus seiner Dessauer Studienzeit überliefert. Sein Foto „Bauatelier Gropius“ ist eine der großen Ikonen der Bauhaus Fotografie.

Portrait Edmund Collein / Foto: unbekannt, o.D. Stiftung Bauhaus Dessau / © Ursula Kirsten-Collein.
Portrait Edmund Collein / Foto: unbekannt, o.D. Stiftung Bauhaus Dessau / © Ursula Kirsten-Collein.

Edmund Collein absolvierte zwischen 1925 und 1927 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt. Danach war er bis 1930 am Bauhaus Dessau eingeschrieben. Er besuchte im Wintersemester 1927–1928 den Vorkurs bei László Moholy-Nagy, war Mitglied der Tischlereiwerkstatt bei Marcel Breuer und nahm Unterricht bei Paul Klee, Wassily Kandinsky und Joost Schmidt. Im Sommersemester 1928 war er Mitglied der Tischlereiwerkstatt bei Marcel Breuer und Josef Albers. Vom Wintersemester 1928/29 bis zum Sommersemester 1930 war er in der Bau-/Ausbauabteillung bei Hannes Meyer, das Bauhausdiplom erhielt er 1930. Am 23.2.1931 heiratete er die Bauhaus-Studentin Lotte Gerson.

 

Von Gerade und Kreis (Stab und Ring) zu Hyperboloid und Kugel. Drei Fotografien einer Versuchsreihe aus dem Unterricht von Joost Schmidt, Konstruktion: Heinz Loew / Fotos: Edmund Collein, um 1930. Bauhaus-Archiv Berlin / © Ursula Kirsten-Collein / Irmgard Loew.
Von Gerade und Kreis (Stab und Ring) zu Hyperboloid und Kugel. Drei Fotografien einer Versuchsreihe aus dem Unterricht von Joost Schmidt, Konstruktion: Heinz Loew / Fotos: Edmund Collein, um 1930. Bauhaus-Archiv Berlin / © Ursula Kirsten-Collein / Irmgard Loew.

Aus seiner Bauhauszeit sind ausschließlich Fotoarbeiten überliefert, darunter zur Siedlung Dessau-Törten, zum Bauhausgebäude und zum Bauatelier Gropius. In den folgenden Jahren arbeitete Collein bis 1940 in verschiedenen Architekturbüros, unter anderem bei K. Kotas, W. Sobotka und G. Schwerthelm. Nach Kriegsdienst und -gefangenschaft kehrte Collein 1945 nach Berlin zurück und arbeitete beim Berliner Magistrat. 1950 war er Mitautor der „16 Grundsätze des Städtebaus“ der DDR. In den 1950er- und 1960er-Jahren war Collein maßgeblich an der Umsetzung der baupolitischen Richtlinien der SED für die Städte Berlin und Magdeburg beteiligt und bekleidete zahlreiche offizielle Ämter, wie als Vizepräsident der neu gegründeten Deutschen Bauakademie und als Vorsitzender des Beirats für Bauwesen beim Ministerrat der DDR. Mit seinen Projekten − darunter der 2. Bauabschnitt der Berliner Karl-Marx-Allee − setzte Collein Maßstäbe für das industrielle Bauen im innerstädtischen Bereich in der DDR.

"erweiterung des prellerhauses" / Foto-Collage: Edmund Collein, 1928, Bauhaus-Archiv Berlin / © Ursula Kirsten-Collein.

Literatur:
Bauhaus-Archiv Berlin (1995): Bauhaus in Berlin. Bauten und Projekte, Berlin.