Aus der früheren Weimarer Gold-Silber-Kupferschmiede entwickelte sich ab 1923 ein Laboratorium für Design, in dem Metallgefäße und Lampen entstanden. Hier wurden Entwürfe für die Industrie und schließlich auch Metallmöbel geschaffen. Unter der Leitung von László Moholy-Nagy designten Marianne Brandt und Wilhelm Wagenfeld heute ikonenhafte Gebrauchsgegenstände, wie die Bauhaus-Lampe WA24 und das Tee-Extraktkännchen.

Die Arbeitsräume der Metallwerkstatt am Bauhaus in Weimar, Sommer 1923. Bauhaus-Universität Weimar / © Bauhaus-Universität Weimar.
Die Arbeitsräume der Metallwerkstatt am Bauhaus in Weimar, Sommer 1923. Bauhaus-Universität Weimar / © Bauhaus-Universität Weimar.

Die Arbeit in der Metallwerkstatt begann bereits im Gründungsjahr 1919, zunächst in Form einer Gold-Silber-Kupferschmiede, geführt vom Bauhaus-Meister und Maler Johannes Itten und seit 1922 von dem Silberschmied Christian Dell als Werkmeister. Nach dem Weggang Ittens kam es 1923 durch den ungarischen Konstruktivisten László Moholy-Nagy zu einer Neuorientierung. Nun wurden statt Einzelstücken Typen zur seriellen Produktion hergestellt. Um einzelne Modelle selbst fertigen zu können, wurde ein Produktivbetrieb eingerichtet. Hier entstanden u.a. die Tischlampe von Karl Jacob Jucker und Wilhelm Wagenfeld, die Teekugeln von Wolfgang Tümpel sowie der Aschenbecher von Marianne Brandt.

Tee-Extraktkännchen MT 49, Design: Marianne Brandt, 1924. Klassik Stiftung Weimar / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Tee-Extraktkännchen MT 49, Design: Marianne Brandt, 1924. Klassik Stiftung Weimar / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

In Dessau konzentrierte sich die Arbeit in der Metallwerkstatt zunächst vor allem auf den Entwurf und die Herstellung von Leuchten für das neu errichtete Bauhausgebäude. Die Modelle erhielten nun fortlaufende Nummern und die Bezeichnung „ME“. Unter dem neuen Bauhaus-Direktor Hannes Meyer fand 1928 eine erneute Umstrukturierung der Metallwerkstatt statt, die Leitung übernahm vorübergehend Marianne Brandt. 

Bauhausleuchte (Metallversion), Entwurf: Wilhelm Wagenfeld, 1924 / Herstellung: Staatliches Bauhaus Weimar / Foto: Joachim Fliegner. Wilhelm Wagenfeld Stiftung, Bremen / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausleuchte (Metallversion), Entwurf: Wilhelm Wagenfeld, 1924 / Herstellung: Staatliches Bauhaus Weimar / Foto: Joachim Fliegner. Wilhelm Wagenfeld Stiftung, Bremen / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Kooperationsverträge mit den Leuchtenherstellern Schwintzer & Gräff in Berlin und Körting & Mathiesen (Kandem) in Leipzig wurden abgeschlossen. So entstand die Kandem-Schreibtisch- und Nachttischlampen von Marianne Brandt, Hin Bredendieck und Heinrich-Siegfried Bohrmann. Ein Jahr später wurde die Metallwerkstatt in die Ausbauwerkstatt unter Alfred Arndt eingegliedert.