Reflektorisches Lichtspiel, Autor: Kurt Schwerdtfeger, 1922–1923 / Foto: Fotoatelier Hüttich & Oemler, Weimar. Bauhaus-Universität Weimar, Archiv der Moderne / © Kunstverein Hannover.
Reflektorisches Lichtspiel, Autor: Kurt Schwerdtfeger, 1922–1923 / Foto: Fotoatelier Hüttich & Oemler, Weimar. Bauhaus-Universität Weimar, Archiv der Moderne / © Kunstverein Hannover.

Als Beitrag für das Laternenfest im Juli 1922 konstruierte Kurt Schwerdtfeger mit Josef Hartwig einen beleuchteten Apparat, vor dem verschieden geformte Pappen manuell verschoben werden konnten. Die dabei entstehenden Schatten bildeten abstrakte Muster auf einer transparenten Projektionsfläche. Auf Grundlage des dabei entdeckten optischen Phänomens der doppelten, warmen und kalten Schatten wurde das System in der Folge von Ludwig Hirschfeld-Mack zu „Reflektorischen Farbenspielen“ weiterentwickelt, die – obschon weiterhin per Hand betrieben – starke Bezüge zum abstrakten Film der 1920er Jahre aufweisen.

Kurt Schwerdtfegers „Reflektorisches Lichspiel“ wurde 1922 in Kandinskys Wohnung uraufgeführt und im selben Jahr noch einmal am Bauhaus gezeigt. 1923 gehörte es zum Programm der Bauhausbühne, die während der Bauhauswoche in Jenaer Theater auftrat.

Literatur:
Hoormann, Anne (2003): Lichtspiele. Zur Medienreflexion der Avantgarde in der Weimarer Republik, München.
Moholy-Nagy, László (1925): Malerei, Fotografie, Film, Berlin.