Im Herbst 1923 begannen Walter Gropius und László Moholy-Nagy mit den Planungen für die Bauhausbücher. Diese Buchreihe sollte die vielfältigen Gestaltungsbereiche des modernen Lebens und der modernen Welt in den Blick nehmen.

Bauhausbücher − Band 1. Internationale Architektur, Autor: Walter Gropius / Umschlaggestaltung: Farkas Molnár / Typografie: László Moholy-Nagy, 1925. Bauhaus-Archiv Berlin / Albert Langen Verlag, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausbücher − Band 1. Internationale Architektur, Autor: Walter Gropius / Umschlaggestaltung: Farkas Molnár / Typografie: László Moholy-Nagy, 1925. Bauhaus-Archiv Berlin / Albert Langen Verlag, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Im Herbst 1923 begannen Walter Gropius und László Moholy-Nagy mit den Planungen für eine Buchreihe, die „sich mit den Problemen des heutigen Lebens beschäftigen“ und zusammenhängende „künstlerische, wissenschaftliche und technische Fragen behandeln“ sollte. So kündigte ein Prospekt aus dem Jahre 1924 die Reihe der Bauhausbücher an. Diese sollte anfänglich 31 Bände umfassen – Programm, Autoren und die Anzahl der Bücher änderten sich über die Jahre jedoch mehrfach.

Bauhausbücher – Band 2. Pädagogisches Skizzenbuch, Autor: Paul Klee / Umschlaggestaltung, Einbandgestaltung, Typografie: László Moholy-Nagy, 1925. Bauhaus-Archiv Berlin / Albert Langen Verlag, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausbücher – Band 2. Pädagogisches Skizzenbuch, Autor: Paul Klee / Umschlaggestaltung, Einbandgestaltung, Typografie: László Moholy-Nagy, 1925. Bauhaus-Archiv Berlin / Albert Langen Verlag, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Mit dem ambitionierten Publikationsprojekt wollten Gropius und Moholy-Nagy einerseits das Bauhaus, seine Arbeit sowie seine Theorie und Methodik darstellen. Zudem waren internationale Künstler, Theoretiker und wichtige Vordenker dazu eingeladen, ihre Positionen und aktuelle Fragestellungen aus Kunst, Wissenschaft und Technik darzulegen. Die Buchreihe wollte ein breites Spektrum der verschiedenen, eng miteinander verknüpften Gestaltungsbereiche des modernen Lebens und der modernen Welt aufzeigen. Die angedachten Themen reichten von der Architektur über die Malerei, Musik und Literatur bis hin zu den Wissenschaften. Von den 54 geplanten Büchern erschienen in den Jahren zwischen 1925 und 1930 insgesamt 14 Bauhausbücher.

Bauhausbücher – Band 3. Ein Versuchshaus des Bauhauses in Weimar, zusammengestellt von Adolf Meyer, Layout: Walter Gropius / Schriftleitung: László Moholy-Nagy, 1925. Stiftung Bauhaus Dessau / Albert Langen Verlag, München. Ernst Meyer © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausbücher – Band 3. Ein Versuchshaus des Bauhauses in Weimar, zusammengestellt von Adolf Meyer, Layout: Walter Gropius / Schriftleitung: László Moholy-Nagy, 1925. Stiftung Bauhaus Dessau / Albert Langen Verlag, München. Ernst Meyer © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Den Großteil der Arbeiten übernahm László Moholy-Nagy als Schriftleiter und Gestalter in Personalunion. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Lucia Moholy, die aus ihrer Arbeit bei den Verlegern Kurt Wolff und Ernst Rowohlt in Leipzig mit der Verlagsarbeit vertraut war. Der Umzug des Bauhauses nach Dessau verzögerten das Projekt. Zudem musste nach Schließung des Bauhausverlages ein neuer Verlag gefunden werden. Schließlich erschienen 1925 im Albert Langen Verlag München die ersten acht Bände, sechs weitere sollten bis 1930 sukzessive folgen.

Bauhausbücher – Band 9. Punkt und Linie zu Fläche, Umschlaggestaltung: László Moholy-Nagy, 1926/28. Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausbücher – Band 9. Punkt und Linie zu Fläche, Umschlaggestaltung: László Moholy-Nagy, 1926/28. Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Bauhausbücher 1: Walter Gropius „Internationale Architektur“, 1925.
Bauhausbücher 2: Paul Klee „Pädagogisches Skizzenbuch“, 1925.
Bauhausbücher 3: Adolf Meyer „Ein Versuchshaus des Bauhauses in Weimar“, 1925.
Bauhausbücher 4: Oskar Schlemmer „Die Bühne im Bauhaus“, 1925.
Bauhausbücher 5: Piet Mondrian „Neue Gestaltung. Neoplastizismus. Nieuwe Beelding“, 1925.
Bauhausbücher 6: Theo van Doesburg „Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst“, 1925.
Bauhausbücher 7: Walter Gropius „Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten“, 1925.
Bauhausbücher 8: Lazlo Moholy-Nagy „Malerei Photographie Film“, 1925.
Bauhausbücher 9: Wassily Kandinsky „Punkt und Linie zur Fläche. Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente“, 1926.
Bauhausbücher 10: Jacobus Johannes Pieter Oud „Holländische Architektur“,1926.
Bauhausbücher 11: Kasimir Malewitsch „Die gegenstandslose Welt“, 1927.
Bauhausbücher 12: Walter Gropius „Bauhausbauten Dessau“, 1930.
Bauhausbücher 13: Albert Gleizes „Kubismus“, 1928.
Bauhausbücher 14: Laszlo Moholy-Nagy „Von Material zu Architektur“, 1929.

(NO 2018)

Bauhausbücher – Band 13. Kubismus, Autor: Albert Gleizes /Umschlaggestaltung: Herbert Bayer, 1926/28. Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.
Bauhausbücher – Band 13. Kubismus, Autor: Albert Gleizes /Umschlaggestaltung: Herbert Bayer, 1926/28. Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Literatur:

Brüning, Ute (2009): Bauhausbücher. Grafische Synthese – synthetische Grafik, in: bauhauskommunikation. Innovative Strategien mit Medien, interner und externer Öffentlichkeit, hg. v. Rössler, Patrick, Berlin, S. 281ff.

Illies, Florian (2009): Avantgarde im Format 23 x 18. Die Bauhausbücher als ästhetisches Programm, in: Modell Bauhaus, hg. v. Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Stiftung Bauhaus Dessau und Klassik Stiftung Weimar, Ostfildern, S. 235ff.

Findeli, Alain (1995): Laszlo Moholy-Nagy und das Projekt der Bauhausbücher, in: Das A und O des Bauhauses, Bauhauswerbung: Schriftbilder, Drucksachen, Ausstellungsdesign, hg. v. Brüning, Ute / Bauhaus-Archiv Berlin, Leipzig, S. 22ff.

Sudhalter, Adrian (2009): Walter Gropius and László Moholy-Nagy. Bauhaus Book Series. 1925–30, in: Bauhaus 1919–1933. Workshops for Modernity, hg. v. Bergdoll, Barry and Dickerman, Leah, New York, S. 196ff.