Das im Bau befindliche Bauhaus Museum Dessau, Willi Eidenbenz in Magdeburg und Gebrauchsgrafik aus Halle – schon jetzt stimmt sich ein für das Bauhausjubiläum zentrales Bundesland mit ganz unterschiedlichen Ausstellungen und Projekten auf das kommende Jahr ein. Im Juni 2018 bietet Sachsen-Anhalt mit Veranstaltungen aus den Bereichen Architektur, Gestaltung und Wissenschaft eine breite Auswahl für alle Bauhausfans.

Im Dezember 2015 erhielt das spanische Architekturbüro addenda architects (González Hinz Zabala) den Auftrag, das neue Bauhaus Museum Dessau zu bauen. Seitdem plant die Stiftung Bauhaus Dessau, die Bauherrin des Museums, mit dem spanischen Büro Architektur und Umsetzung des Gebäudes. Zeitgleich arbeiten die Wissenschaftler der Stiftung an der Konzeption zur Ausstellung und Vermittlung. Mit der Reihe „Türen auf!“, die an vier Abenden im Bauhaus Dessau stattfindet, laden die Mitarbeiter der Stiftung die interessierte Öffentlichkeit ein, den Entstehungsprozess des Museums mitzuverfolgen. Am 14. Juni 2018 findet in diesem Rahmen zusammen mit den Architekten eine Baufeldbegehung statt.

Ein Blick auf Architekturgeschichte im Kontext des Bauhauses wirft die Ausstellung „Carl Fieger. Vom Bauhaus zu Bauakademie“, die ebenfalls im Bauhaus Dessau stattfindet.  Die originalen Zeichnungen, Architekturmodelle, Möbel, Fotografien und Studierenden-Arbeiten zeigen vom 22. März bis zum 31. Oktober 2018 nicht nur Carl Fiegers Beitrag zur Architekturlehre am Bauhaus. Sie werfen auch ein neues Licht auf den Architekten – als einen Gestalter, der neue Standards mit individuellem Ausdruck verband.

Den Fokus auf Kommunikations- und Grafikdesign legt das Forum Gestaltung e.V. in Magdeburg: Hier widmet sich die Ausstellung „Zürich, Magdeburg, Basel … Willi Eidenbenz zum Beispiel“ noch bis zum 8. Juli 2018 dem gebürtigen Schweizer, der aus dem Umfeld des Peter-Behrens-Kreises stammte und ab 1933 im Atelier Eidenbenz den sogenannten Swiss Style etablierte. Es war damit eines der ersten Unternehmen, das Grafikdesign, Fotografie und Messebau unter einem Dach vereinte.

Geht mit Willi Eidenbenz der Blick über die Landesgrenze, schafft die Stadt Halle einen regionalen Bezug zum Thema Gebrauchsgrafik und Produktdesign. Halle war neben Berlin und Leipzig ein wichtiges Zentrum der Gebrauchsgrafik. Plakate, Buch- und Zeitschriftencover, Verpackungen, Logos, Briefmarken und Spielkarten aus den Jahren 1945 bis 1990 gehören zu den Objekten, die seit dem 18. Mai 2018 in der Sonderausstellung „Masse und Klasse. Hallesche Gebrauchsgrafik im DDR-Kontext“ im Stadtmuseum Halle zu sehen sind. Kern der Präsentation ist eine Schau, die das Berliner Werkbundarchiv – Museum der Dinge 2016 in Berlin erarbeitet und gezeigt hat. Halle hat diese Ausstellung, die die Gebrauchsgrafik der gesamten DDR in den Fokus rückte, übernommen und um einen regionalen Teil erweitert.

Dort, wo es um die Performanz von Alltagsgegenständen geht, steht auch immer die Kultur und kulturelle Identität auf dem Prüfstand: In der wöchentlichen Ringvorlesung „Kulturelle Identität? Herausforderungen der Moderne“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) soll das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und mit Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen noch bis zum 26. Juni 2018 behandelt werden. Vom radikalen Konservativismus der 1920er Jahre bis hin zu aktuellen  Feuilletondebatten  beleuchten Sport- und Sprachwissenschaftler vielfältige Spuren der Moderne in der Gegenwart.



[CG 2018]