Auf seiner 41. Sitzung hat das Welterbekomitee der UNESCO im polnischen Kraukau entschieden, dass die Welterbestätte Bauhaus um zwei Bauten von Bauhausdirektor Hannes Meyer in Bernau und Dessau erweitert wird.

Hannes Meyer bei der Begehung des Baugeländes für die Bundesschule des ADGB in Bernau, 1928 / Foto: Hermann Funzel (Stiftung Bauhaus Dessau, I 46037/1-2)
Hannes Meyer bei der Begehung des Baugeländes für die Bundesschule des ADGB in Bernau, 1928 / Foto: Hermann Funzel (Stiftung Bauhaus Dessau, I 46037/1-2)

Das Bauhaus revolutionierte als Hochschule für Gestaltung zwischen 1919 und 1933 die architektonischen und ästhetischen Auffassungen zu Architektur und Gestaltung und prägte maßgeblich die Bewegung der Moderne. Den außergewöhnlichen universellen Wert der pädagogischen Ideen und der ausgeführten Architektur zeichnete die UNESCO erstmals im Jahr 1996 mit der Aufnahme der Bauhausstätten in Weimar und Dessau in die Liste des Welterbes aus.

Nun hat das Welterbekomitee der UNESCO auf seiner 41. Sitzung in Krakau (Polen) über die Erweiterung der Welterbestätte Bauhaus um die Architektur, die unter der Leitung des zweiten Bauhausdirektors Hannes Meyer entstanden ist, entscheiden. Aufgenommen wurden die 1930 in Dessau errichteten Laubenganghäuser und die 1930 in Bernau bei Berlin eröffnete Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Laubenganghäuser, Foto: Yvonne Tenschert, 2012. Stiftung Bauhaus Dessau.
Laubenganghäuser, Foto: Yvonne Tenschert, 2012. Stiftung Bauhaus Dessau.

Damit wird die Welterbestätte Bauhaus durch Bauten in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die den Antrag gemeinsam unter der Federführung des Landes Sachsen-Anhalt erarbeitet haben, gebildet. Sie umfasst in Weimar die ehemalige Kunstschule, die ehemalige Kunstgewerbeschule und das Haus Am Horn, in Dessau das Bauhausgebäude, die Meisterhäuser und die Laubenganghäuser sowie in Bernau bei Berlin die ehemalige Bundesschule des ADGB. Mehr über die Welterbestätten der Moderne in Deutschland finden Sie hier.

Hannes Meyer, der Walter Gropius als Bauhausdirektor nachfolgte (1928 – 1930), verwirklichte in der Bauabteilung des Bauhauses die Idee der kollektiven Arbeit an einem Bauprojekt im Rahmen der Ausbildung. In Meyers Konzept wurden die Bauten auf Grundlage einer wissenschaftsbasierten Entwurfsmethodik und funktional-ökonomische Gestaltung mit sozialem Anspruch geplant. Die Laubenganghäuser in Dessau sind ein Zeugnis für den wesentlichen Beitrag des Bauhauses zum sozialen Wohnungsbau der Zwischenkriegszeit und die Bundesschule des ADGB in Bernau dokumentiert die Entwurfsmethodik für ein komplexes Bauprogramm in Verbindung zur umgebenden Landschaft.

Wintergarten der ADGB-Gewerkschaftsschule in Bernau, Architektur: Hannes Meyer und Hans Wittwer, 1928. Foto: Christoph Petras, 2011. Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar.
Wintergarten der ADGB-Gewerkschaftsschule in Bernau, Architektur: Hannes Meyer und Hans Wittwer, 1928. Foto: Christoph Petras, 2011. Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar.