Glück im Quadrat

Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com , © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Haus Am Horn (1923), Architekt: Georg Muche

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Von Anfang an war die Architektur-Ikone eine Herzensangelegenheit. Als der junge Bauhausmeister Georg Muche das Haus Am Horn entwarf, träumte er von den perfekten Bewohnern. Für ihn waren es Elsa Franke, seine Frau und Bauhausschülerin, und er selbst. Aber das Versuchshaus, das zur ersten Bauhaus-Ausstellung in Weimar entstand, war kein Zuhause für ein junges Paar, sondern ein Wohnlabor. Eine 144 Quadratmeter umfassende Testfläche für zeitgemäßes Wohnen und Bauen. Wie es aussah? Vor allem eckig, praktisch, gut. Das Haus Am Horn ist eine Ode ans Quadrat. Muche hat das zentral platzierte quadratische Wohnzimmer zum Tempel der Familie gemacht, um den sich alle anderen Räume herum arrangieren.

Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Haus Am Horn Südwestansicht (1923), Architekt: Georg Muche

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Nur vier Monate dauerte die Bauphase. Danach statteten Meister und Studenten aller Werkstätten das Gesamtkunstwerk Haus Am Horn aus: Einbauschränke, Einbauküche, Zentralheizung, Möbel und Teppiche – vor allem die Hausfrau sollte von der funktionalen Einrichtung profitieren.

2018 übertrug die Stadt Weimar das Haus an die Klassik Stiftung Weimar. Sie rekonstruierte die Farbgestaltung der Innenräume und Möbelstücke, die erhalten blieben: Marcel Breuers Schminktisch und Wohnzimmerschrank sowie Alma Siedhoff-Buschers Spielschrank. „Umrissmöbel“ vermitteln zusätzliche Eindrücke der ehemaligen Grundausstattung.

Für das Haus Am Horn ist die Besucherzahl aus konservatorischen Gründen limitiert. Eine Besichtigung ist nur zu festen Zeiten möglich. Es ist daher sinnvoll, Tickets im Vorfeld zu buchen.

Haus Am Horn

Am Horn 61
99425 Weimar

Wiedereröffnung 18. Mai 10 bis 17.30 Uhr
Ab 18 Uhr Museumsnacht

Allgemeine Öffnungszeiten
Winter Mi - Mo 10.00 - 16.00
Sommer Mi - Mo 10.00 - 18.00
Di geschlossen

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