Das Schöne im Alltäglichen entdecken

Im Fokus: Brandenburg

Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
Bundesschule des ADGB (1928–30), Architekten: Hannes Meyer, Hans Wittwer

Bogler – Das Bauhaus in Brandenburg

Sie war die Grand Dame der Keramik und eine der wichtigsten Designerinnen Deutschlands: Hedwig Bollhagen schuf vom Bauhaus inspirierte Alltagsgegenstände. Ihre Werkstätten in Marwitz, die sie bis zu ihrem Tod 2001 leitete, produzieren aber nicht nur nach ihren Entwürfen handgemachte Unikate, sondern auch Arbeiten des Bauhauskünstlers Theodor Bogler. Einmal im Monat können Sie als Besucher*in den HB Werkstätten die Produktion seiner berühmten Vorratsdosen live erleben. Der nächste Termin dieser Sonderführung ist der 31. Mai, um Voranmeldung wird gebeten. Wer sehen möchte, wie das preisgekrönte Design Hedwig Bollhagens entsteht, ist natürlich auch sonst willkommen.

Zur Sonderführung
Christoph Sillem
HB-Werkstätten

Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR

Die DDR und das Bauhaus – keine einfach zu erzählende Geschichte. Der Umgang der DDR mit den ehemaligen Bauhäusler*innen war widersprüchlich: Um 1950 wurden sie zur Zielscheibe der SED, die ihre Kulturpolitik nach sowjetischem Vorbild traditionalistisch ausrichtete. Erst in den sechziger Jahren folgte die langsame Rehabilitierung des Bauhauses. Sie mündete in seiner Aufnahme ins „nationale Kulturerbe“ und seiner Popularisierung durch eine Briefmarkenserie im Jahr 1980. Eine neue Sonderausstellung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt zeigt Möbel, Gefäße, Technik und Grafikdesign, das die Bauhaus-Moderne in der DDR verankerte. Am 26. Mai führen Sie Kuratoren und Kuratorinnen durch die Ausstellung.

Zur Ausstellung
Armin Hermann für Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Schalensatz Meladur

Material und Raum

Mit der Frage „Wer ist wer am Bauhaus?“ beginnen die Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Galerie Bernau. Sie gehören zum Bauhaus-Labor, das die Künstlerin Anne Mundo gemeinsam mit der Galerie aufgebaut hat. Am 8. und 22. Mai stehen Theo van Doesburg, Johannes Itten, Paul Klee und László Moholy-Nagy im Fokus der Workshops. Zeit für Experimente und Spielerei: Aus gesammelten und mitgebrachten Gegenstände entsteht eine Collage im Raum. Durch natürliches und künstliches Licht, die Kontraste von Hell und Dunkel, sowie Farbfolien im Fensterbereich betrachten Anne Mundo und die Teilnehmer*innen des Workshops den Raum als ein Spannungsfeld, das sie in Zeichnungen dokumentieren und durch tänzerische Bewegung vermessen.

Zu den Workshops
Galerie Bernau
Material und Raum Bauhaus Labor

Erhaltung und Entwicklung einer Zeitschicht

Die Eröffnung des Bauhaus-Jahres in Brandenburg fällt auf den 27. Brandenburgischen Denkmaltag am 10. Mai. Verbindendes Thema ist die Auseinandersetzung mit der bedrohten Substanz der Moderne. Viele Denkmale der Moderne waren nicht nur architektonisch ein Experiment, auch die Materialien und Konstruktionen waren häufig Prototypen. Wie kann also die praktische Denkmalpflege diesen Bestand für die Zukunft sichern? Im Bernauer Bauhaus Denkmal Bundesschule stellen sich Denkmalpfleger, Planer und Restauratoren gemeinsam dieser Frage. Seit 2017 ist der Bau Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Bauhaus. Für den Schul- und Internatsbau, der zwischen 1928 und 1930 entstand, zeichnen der zweite Bauhaus-Direktor Hannes Meyer und Hans Wittwer verantwortlich, die den Bau mit der Bauabteilung des Bauhauses realisierten.

Zum Denkmaltag
Schneider, BLDAM 2006
Turnhalle der ADGB-Schule, Bernau bei Berlin
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