Ein neues Haus fürs Bauhaus

Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, 2019
Banddurchschnitt zur Eröffnung des Bauhaus Museums Dessau / © Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, 2019

Ein neues Haus fürs Bauhaus

Von draußen gesehen ist es eine gewaltige, fünf Meter in die Höhe wachsende Blackbox, in der sich die Stadt Dessau, ihre Bewohner*innen und Gäste spiegeln können. Betritt man dann aber das neue Bauhaus Museum Dessau, ist da plötzlich ganz viel offene Fläche zum Atmen und Sein: das Erdgeschoss des am 8. September eröffneten Museums, ist ein einziger Freiraum. Von innen fällt der Blick nach außen dann auch durch knapp 4.000 Quadratmeter fast transparentes Glas. Die fünf jungen addenda architects aus Barcelona, die den Bau entworfen und realisiert haben, wollten damit ein klares Statement setzen: Dieses Haus gehört den Menschen der Stadt. Es ist ihr Raum, ihre Fläche, um Kunst und Kultur, Geschichte und Spiel nicht nur erleben zu können, sondern ein aktiver Teil davon zu werden.

Dass diese Haltung kein leeres Versprechen ist, hat das Haus bereits an seinem Eröffnungswochenende bewiesen. Das künstlerische Programm mit Tanz- und Objektperformances, interaktiven Stationen, Konzerten, Podiumsgesprächen, Führungen, Rallyes, Oldtimerfahrten, Picknicks und Partys im und am Bauhaus Museum, war keine starres Kommen-Sehen-Gehen, sondern Einladung zur Partizipation.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die das Museum offiziell eröffnete, freute sich, dass viele Dessauer*innen am Sonntagvormittag zum Museum kamen. Für sie ein Zeichen, dass die Menschen im Haus das neue Zentrum ihrer Stadt sehen. Für Peter Kuras, den Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, war es „der wichtigste Tag des Jahres“ und die „absolut richtige Entscheidung“, den Bau ins Herz von Dessau zu setzen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht im Museum einen „einzigartigen Lern- und Diskursort“.

Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, 2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang durchs Museum
Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Thomas Meyer/OSTKREUZ, 2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang durchs Museum

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Das Bauhaus Museum Dessau erzählt die Geschichte des Bauhauses nicht chronologisch, es wird als Versuchsstätte präsentiert. Mehr als 1000 Exponate vermitteln das Bauhaus als einen Ort, an dem gelernt und gelehrt, künstlerisch experimentiert und an industriellen Prototypen gearbeitet wurde. Claudia Perren, die Direktorin der Stiftung Bauhaus in Dessau, sagte, dass die Besucher*innen beim Rundgang feststellen werden, dass „sich kein einheitliches homogenes Bauhausbild ausmachen lässt“. Gerade das mache aber den Reiz dieses einmaligen Bauhaus-Ortes aus. Am Wochenende bildeten sich jedenfalls lange Schlangen vor dem Eingang.

    [TF 2019]

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