Freigeister, Künstlerinnen und ein neues Museum

Im Fokus | Thüringen

Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hauptgebäude der ehemaligen Kunstschule (1904–11), Architekt: Henry van de Velde

Bauhausmädels

„Bauhausmädels“ ist ein Begriff, der schlecht gealtert ist. Seinerzeit war er eine verbale Anerkennung der jungen Frauen, die ihre Idee eines kreativen Lebens verwirklichten – und die am Bauhaus studierten. Vier dieser Freigeister waren Gertrud Arndt, Marianne Brandt, Margarete Heymann und Margarathe Reichardt. Für sie und ihre Kommilitoninnen war das Bauhaus ein Möglichkeitsraum, in dem sie sich künstlerisch und persönlich entfalten konnten. Aber wie sah ihr Alltag nach dem Ende der Hochschulzeit aus? Wie haben sie sich etabliert und weiterentwickelt? Antworten liefert die Ausstellung „4 ‚Bauhausmädels‘“. Sie richtet den Blick auf die wichtigen Bauhaus-Gewerke Fotografie, Metall, Keramik und Textil und nimmt dabei eine wichtige Perspektive im Bauhaus-Kontext ein: die weibliche.

Zur Ausstellung
Stadtverwaltung Erfurt
Blick in die Ausstellung „Vier Bauhausmädels“ im Angermuseum

Porzellan-Design

Deutsches Porzellandesign auf dem Weg in die Moderne: So lässt sich die Sammlung des Berliner Designhistorikers, Museumskurators und Sammlers Dieter Högermann auf den Punkt bringen. Über Jahrzehnte hinweg hat Högermann Porzellane, Designobjekte der „Gute Form“-Bewegung und Industriedesign der 60er und 70er Jahre gesammelt. Darunter Arbeiten von Josef Hoffmann, Wilhelm Wagenfeld, Gerhard Marcks und dessen Schülerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain. Die noch nie gezeigten Designschätze präsentiert die Leuchtenburg in Seidenroda. Angeliefert wurden sie übrigens in 1.100 Bananenkisten.

Zur Ausstellung
Fiedhelm Berger
Studenten der HTWK-Leipzig packen aus und inventarisieren die Objekte.

Weimar

Das neue Bauhaus-Museum Weimar wird ein Ort der Begegnung, Offenheit und lebendigen Diskussion. Den Diskurs in Gang bringen soll die im April 2019 stattfindende Eröffnungsschau „Das Bauhaus kommt aus Weimar“. Sie zeigt erstmals umfänglich die Sammlungsschätze der Klassik Stiftung, die aus der Zeit des frühen Bauhauses stammen: Designikonen treffen auf bislang nicht präsentierte Zeitdokumenten. Inhaltlich angetrieben wird die Schau von den großen Fragestellungen, Utopien und Experimenten zur Lebensgestaltung des frühen Bauhauses und der zwanziger Jahre. „Wie wollen wir zusammen leben?“ lautet die noch heute relevante Frage.

Zur Ausstellung
Visualisierung, 2018, © bloomimages GmbH
Südostansicht mit Parkterrasse

Kolloquium

Das 14. Internationale Bauhaus-Kolloquium der Bauhaus-Universität Weimar nutzt das Jubiläumsjahr für eine kritische Rückschau auf die Anfänge der Avantgardebewegung, den historischen Kontext des Jahres 1919, die internationale Rezeption und Migration. Betrachtet wird aber auch die gesellschaftspolitische Einbettung des Bauhauses in die Globalgeschichte des 20. Jahrhunderts. Internationale ArchitektInnen, KünstlerInnen, HistorikerInnen und GesellschaftswissenschaftlerInnen konfrontieren das historische Bauhaus mit der Gegenwart.

Zur Veranstaltung
Design: Happy Little Accidents
Internationales Bauhaus-Kolloquium

Wilhelm Löber

Die Töpferwerkstatt im ehemaligen Marstall der Dornburger Schlösser ist die letzte erhaltene und genutzte Werkstatt aus der Bauhaus-Zeit. Genutzt wird sie seit 1920. An den Werkbänken standen Gerhard Marcks, Marguerite Friedlaender, Otto Lindig, Theodor Bogler und unzählige andere Kreative. Viele ihrer originalen Geräte sind immer noch vorhanden und natürlich auch Keramiken, die hier Form annahmen. Ab Ostern 2019 öffnet dieser ganz besondere Ort dauerhaft seine Türen für die Öffentlichkeit.

Zur Ausstellung
Dornenhaus/Ahrenshoop
Wilhelm Löber: Bauhaus-Schüler – Keramiker – Bildhauer

Bauhaus Lectures

Das Bauhaus-Institut und die Hermann-Henselmann-Stiftung nutzen die BAUHAUS LECTURES, um Forschungsergebnisse zur Real- und Rezeptionsgeschichte des Bauhaus vorzustellen. Im April richten sie den Fokus auf die politisch-ästhetische Biografie des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer. 1936 verließ er mit einem sowjetischen Mandat Deutschland. Was folgte, waren Tätigkeiten für die Kommunistische Internationale, Probleme im Exil in Mexiko und eine gescheiterte Integration ins Nachkriegsdeutschland.

Zur Veranstaltung
Hermann-Henselmann-Stiftung/Dieter Feske
Die Schule im Walde. Bauhaus-Ästhetik und Formalismus-Debatte – Dr. Anja Guttenberger

Thüringen

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Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar
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