Mit Licht und Schatten in unbekannte Territorien

© Stan Hema, 2018

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Das für den Mythos des Bauhauses so wichtige Medium der Fotografie nimmtdas Projekt „Moving Mies“ in den Focus. Über Litfaßsäulen und Plakatwände, aber auch über Wände und Leinwände in leerstehenden Geschäften tragen sie die restaurative Verwandlung der Häuser Lange und Esters in den öffentlichen Raum der Stadt Krefeld. Der Fotograf Volker Döhne sorgt mit seinem Blick für Details und präzisen Kompositionen dafür, dass diese Gucklöcher in die Innereien der legendären Mies van der Rohe-Bauten die kühne Abstraktheit und die poetische Ausdruckskraft ihrer beiden Schöpfer nicht verlieren.

Von der Fotografie zu den Licht- und Bewegungsexperimenten der Bauhausbühne ist es nur ein kleiner Schritt: Doch bevor das LWL-Museum für Kunst und Kultur dieser anregenden Beziehung in der Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung“ ab November nachgeht, zeigt das Tanztheater Münster im Vorfeld einen spartenübergreifenden Tanz-Theater-Abend. Für „Unknown Territories“ schuf ein Kollektiv aus unterschiedlichen Gewerken ein intensives Gesamtkunstwerk zwischen visueller, auditiver und darstellender Kunst. Ein Ziel des kollektiven Theaterprojekts ist die Auseinandersetzung mit „Fremdkörpern und Denkräumen“ – ganz in der Tradition von Oskar Schlemmer.

Noch bis zum 28. Oktober ist in der Alten Synagoge Essen eine kleine, aber feine Ausstellung zu den architektonischen Spuren der Moderne im Rheinland und in Israel zu sehen. Sie widmet sich dem Werk zweier einflussreicher Zeitgenossen des Bauhauses, Erich Mendelsohn und Josef Rings. Die in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus Center in Tel Aviv und der Universität Potsdam entwickelte Schau zeigt den Transfer der Moderne vom Deutschen Reich ins damals noch britisch verwaltete Palästina. Der jüdische Architekt Mendelsohn und der mit einer jüdischen Frau verheiratete Rings fanden im nationalsozialistischen Deutschland keine Arbeit mehr; ihre diesen Oktober in der Alten Synagoge von Essen ausgestellten Werke gelten, der braunen Diffamierung zum Trotz, bis heute als richtungsweisend. Die Ausstellung geht im Anschluss an verschiedene Orte im Rheinland „auf Wanderschaft“.

Nur noch wenige Tage lässt sich der künstlerischen Entwicklung eines Architekten nachspüren, der dem Bauhaus nicht nur ideelle, sondern auch ganz konkret-persönliche Impulse verleihen sollte: Peter Behrens. In seinem Architekturbüro arbeiteten die drei späteren Bauhausdirektoren Gropius, Meyer und Mies van der Rohe erstmals zusammen. Im Vorfeld des Bauhausjubiläums widmen sich die Kunstmuseen Krefeld einer weiteren maßgeblichen Zusammenarbeit – jener zwischen Peter Behrens und dem Gründungsdirektor des Kaiser Wilhelm Museums, Friedrich Deneken. Ihr Briefwechsel bildet den roten Faden in einer Ausstellung, die noch bis zum 14.10. die rasante Entwicklung von Behrens vom Jugendstil-Künstler zu einem Vorreiter der modernen Werbe- und Industriegestaltung verständlich werden lässt.

Dauerhaft entdecken lässt sich Peter Behrens im LVR-Industriemuseum Oberhausen: Zu den wichtigsten und schönsten Bauten von Peter Behrens zählt das Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte in Oberhausen, das heute als Peter-Behrens-Bau das Depot des Industriemuseums beherbergt. Aus Anlass des 150. Geburtstags des im April 1868 in Hamburg geborenen Künstlers und Autodidakten widmet das LVR-Industriemuseum Peter Behrens eine neu konzipierte Dauerausstellung in der 5. Etage des Peter-Behrens-Baus.

Der Geist des Bauhauses in der Architektur ist im Lehmbruck Museum Duiburg an vielen Stellen spürbar. Der Architekt Manfred Lehmbruck, Sohn des Bildhauers und Namensgebers, gestaltete die ikonische Glashalle im Rückgriff auf Mies van der Rohes Stahlskelettbauweise als fließenden, von Luft und Licht durchdrungenen Raum. Die über sieben Meter hohen Glasfenster schaffen Transparenz und Offenheit. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläumsjahres präsentiert das Lehmbruck Museum Oskar Schlemmers imposantes Gemälde „Fünfzehnergruppe“ sowie weitere grafische Arbeiten des Künstlers. Schlemmer, der von 1921 bis 1929 im Bauhaus wirkte, hat insbesondere mit seinen Wandbildern und tänzerischen Inszenierungen das Bild des Bauhauses entscheidend geprägt.

[NF 2018]

Sammlungssatellit #1 „Moving Mies“
Juni 2018 – Januar 2019

Kontakt
Kunstmuseen Krefeld
Joseph Beuys-Platz 1
(ehemals Karlsplatz 35)
47798 Krefeld
T +49 (0)2151 97558 0
kunstmuseen@krefeld.de


„Josef Rings und Erich Mendelssohn: Neues Bauen in Deutschland und Erez Israel”
12. September bis 28. Oktober 2018

Kontakt
Alte Synagoge
Edmund-Körner-Platz 1
45127 Essen
T +49 (0)201 88 45225
alte-synagoge@essen.de


„Unknown Territories” 
Bauhaus und Amerika

Experimente in Licht und Bewegung
9. November 2018 – 10. März 2019

Kontakt
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
T +49 (0) 251 5907 201
museumkunstkultur@lwl.org

Wichtige Information
Aufgrund von Wartungsarbeiten bleibt das Museum vom 16. bis einschließlich 18. Oktober geschlossen.


Peter Behrens
Das Praktische und das Ideale

18. Mai – 14. Oktober 2018

Kontakt
Kunstmuseen Krefeld
Joseph Beuys-Platz 1
(ehemals Karlsplatz 35)
47798 Krefeld
T +49 (0)215 1975 580
kunstmuseen@krefeld.de


Peter Behrens – Kunst und Technik
Neue Dauerausstellung zum 150. Geburtstag
28. April – 31. Dezember 2019

Kontakt
Peter-Behrens-Bau
Essener Straße 80
46047 Oberhausen
T +49 (0) 223 4992 155 5
besucherbuero@lwl.org


Oskar Schlemmer: 100 Jahre Bauhaus
10. November 2018 – 17. Februar 2019

Kontakt
Lehmbruch Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
47051 Duisburg
T +49 (0)203 2833 294
info@lehmbruckmuseum.de

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