Versuchsstätte Bauhaus.

Die Sammlung

Stiftung Bauhaus Dessau / chezweitz 2019
Visualisierung Innenraum – Südraum

Neue Ausstellung ab 8. September 2019
Bauhaus Museum Dessau

145 000 Mark für 148 Arbeiten von Bauhäusler*innen stellte die "Galerie am Sachsenplatz" in Leipzig der Stadt Dessau am 1.11.1976 in Rechnung. Von Keramik bis Möbel, es war eine bunte Mischung. Ausgestellt wurden die Objekte erstmals im Bauhausgebäude, das am 4.12.1976 zum 50. Jahrestag des Bauhauses als Wissenschaftlich Kulturelles Zentrum in der DDR wiedereröffnet wurde. Der Ankauf bildete das Fundament der heute über 49.000 Objekte zählenden Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau. Zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses empfängt dieses erste Konvolut die Besucher*innen des Bauhaus Museums Dessau.

Stiftung Bauhaus Dessau (I 19 P) / © Erbengemeinschaft nach Franz Ehrlich / Foto: Gunter Binsack, 2018
Franz Ehrlich, o. T. (Materialrelief, Übung aus dem Vorkurs bei László Moholy- Nagy), um 1927
Stiftung Bauhaus Dessau / chezweitz 2019
Visualisierung Innenraum – Horizontfabrik
Stiftung Bauhaus Dessau (I 36948) / Leihgabe Ernst von Siemens Kunststiftung / © Erbengemeinschaft nach Hannes Meyer
Hannes Meyer, Co-op. Bau 1926/1, 1926
Stiftung Bauhaus Dessau (I 462 G)
László Moholy-Nagy, Kleine Komposition, 1923
Stiftung Bauhaus Dessau (I 21430 GG) / Foto: Gunter Binsack, 2018
Alfred Schäfter (Entwurf und Herstellung), Pendelleuchte, Prototyp, 1931/1932
Stiftung Bauhaus Dessau (I 7420 G)
Oskar Schlemmer, Geteilte Halbfigur nach rechts, 1923
Dr. Stephan Consemüller
Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, um 1926. Foto: Erich Consemüller, Bauhaus-Archiv Berlin

Die Ausstellung

Unter dem Titel Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung erzählt die Ausstellung im Bauhaus Museum Dessau die Geschichte der berühmten Schule in Dessau. Anhand originaler Möbel, Leuchten, Textilien und Werken der bildenden Kunst führt sie durch die Geschichte der Hochschule für Gestaltung als einen lebendigen Ort, an dem gelernt und gelehrt, künstlerisch experimentiert sowie an industriellen Prototypen gearbeitet wurde – und der bis heute unseren Alltag prägt. In thematischen Kapiteln zeigt sie, dass das Lehren, Gestalten und Bauen am Bauhaus der Veränderung, Verbesserung und Gestaltung der Gesellschaft dienen sollte.

Nach dem Ersten Weltkrieg suchten die Bauhäusler*innen Ansätze, um das Leben neu und modern zu formen und zu gestalten. Ob Schrifttypen, Möbel, Textilien, Tapeten oder Architekturen, in Dessau entstand in dieser Zeit die heute für uns selbstverständlich gewordene Alltagskultur der Moderne. Ein Grund mehr, aus der Distanz von 100 Jahren die historischen Umstände, die Visionen und Konzepte, die Arbeitsweisen und Methoden, die Akteure und Netzwerke des Bauhauses anhand der Dinge zu vergegenwärtigen, die durch die Sammlungstätigkeit seit 1976 erhalten sind.

Gleichzeitig verknüpft die Ausstellung räumlich und inhaltlich die zahlreichen Bauhausbauten, die sich von Norden bis Süden wie ein roter Faden durch Dessau ziehen. Während die Besucher*innen des Bauhausgebäudes beispielsweise die Abläufe des Unterrichts und des Zusammenlebens der Bauhäusler*innen beim Begehen der Architektur nachvollziehen können, werden Ideen und Alltag, Klassen und Werkstätten, Lehrer und Schüler durch Skizzen, Fotos, Kunstwerke und Werkstattprodukte im Museum lebendig.

Die Sammlungspräsentation ist eine Ausstellung in Bewegung. Zwischenspiele ermöglichen als temporäre Ausstellungen in der Ausstellung, die Versuchsstätte Bauhaus in regelmäßigem Wechsel zu erweitern und fortzuschreiben. Gezeigt werden hier neue Konvolute der Dessauer Sammlung oder Objekte, die keinen dauerhaften Platz im Museum erhalten haben. Auch Gast-Objekte internationaler Bauhaus-Sammlungen können präsentiert werden und in den Dialog mit der Dessauer Sammlung treten. Zudem sind die Zwischenspiele Experimentierraum für die Bauhaus Agenten, die hier Einblicke in ihre Projektarbeit mit Dessauer Schulen geben.

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