Von der Schuhleiste zum Adler Gropius

Im Fokus | Niedersachsen

Mut – Die Provinz und das Bauhaus

Walter Gropius gebührt die Ehre, ein außergewöhnlich weitsichtiger Architekt gewesen zu sein; als Beleg gilt neben dem Dessauer Bauhaus vor allem sein Entwurf für das Alfelder Fagus-Werk, das auch 108 Jahre nach seiner Erbauung nichts an seiner Faszination verloren hat. Dass er neben diesem Prototypen des modernen Industriebaus auch selbst industrielle Produkte wie den „Adler Gropius“ entworfen hat, erfährt man in der Ausstellung „Mut – Die Provinz und das Bauhaus“, die ab 16. Februar in Gropius’ Frühwerk zu sehen ist. Weitere Protagonisten dieser Schau sind Wilhelm Wagenfeld und Marcel Breuer, deren Bauhaus-Entwürfe bis heute seriell in Niedersachsen gefertigt werden.

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Auf dem Weg zum Bauhaus

In der Landeshauptstadt Hannover widmet sich die Ausstellung „Auf dem Weg zum Bauhaus“ ab dem 8. Februar dem architektonischen Umfeld, aus dem heraus Gropius seine gestalterischen Ideen für die Architektur der Moderne entwickeln konnte. Ein Teil der Schau ist die kontrastreiche Gegenüberstellung des Fagus-Werks mit zeitgenössischen Bauten der späten Kaiserzeit, die die Eigenständigkeit des späteren Bauhaus-Gründers besonders eindrucksvoll zu Tage treten lässt. Dieser Kontrast wird sogar im Hinblick auf die Entwürfe moderner Architekten deutlich, von Peter Behrens über Paul Schultze-Naumburg bis hin zu Bruno Taut, die allesamt zwischen Nordsee und Harz tätig waren und doch ihren ganz spezifischen Beitrag zur architektonischen Revolution der Moderne geleistet haben.

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Beinahe wäre er der dritte Direktor des Bauhauses geworden: der in München geborene und seit 1906 erfolgreich als Architekt wirkende Otto Haesler. Doch im Gegensatz zu Gropius, Meyer und Mies baute Haesler später auch für die Wehrmacht, bevor er sich in der DDR dem sozialistischen Wohnungsbau widmete. Wie wichtig der Vater zahlreicher Siedlungen in Orten wie Celle, Karlsruhe und Kassel für die nicht nur gleichzeitig wirkende Hochschule für Gestaltung war, beleuchtet ein Vortrag der otto haesler initiative e.V. mit dem Titel „Der Name Haesler hat die Bauhäusler angerührt“ am 15. Februar in der Direktorenvilla Celle.

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BAUHAUS / BOLERO

Doch nicht nur die Architektur, auch die Bühne des Bauhauses wird im Rahmen des Bauhausjahres in Niedersachsen ausführlich gewürdigt. Mit ihrem Tanzabend BAUHAUS / BOLERO sorgen Edward Clug und Mauro de Candia dafür, die Inspiration von Wassily Kandinskys Werk auf den Tanz der 1920er-Jahre spürbar werden zu lassen. Dass die Impulse der Bauhausbühne wie des prominenten Bauhausmeisters selbst auch heute noch fruchtbar werden können, zeigt eine choreographische Auseinandersetzung mit Kandinskys legendärer Kontemplation über die Auflösung des Worts zu Klang bei ausreichender Wiederholung.

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