Pioniere einer neuen Welt

Die Bauhaus-Rezeption in den Niederlanden

Angefangen von der Berufung Walter Gropius’ durch den flämischen Architekten Henry van de Velde nach Weimar über die unübersehbaren Einflüsse Gerrit Rietvelds und der De-Stijl-Gruppe bis hin zur persönlichen Lehrtätigkeit legendärer Modernisten wie Piet Mondrian oder Theo van Doesburg am Bauhaus: Für die Weiterentwicklung der expressionistischen Hochschule hin zu einem Inbegriff funktionalistischer Gestaltung waren die Impulse aus dem niederländischen Sprachraum essentiell. In den 1920er Jahren war Rotterdam das Zentrum für das „Nieuwe Bouwen“, der niederländischen Version des internationalen Stils, und die Stadt, in der der Modernismus in Architektur und Design am prominentesten vertreten war. Sozialwohnungsprojekte des Rotterdamer Stadtarchitekten J.J.P. Oud erregte die Aufmerksamkeit vieler deutscher Architekten, darunter auch Walter Gropius. Auch Cees van der Leeuw, Direktor der Van Nelle Factory, freundete sich mit dem Gründer des Bauhauses an. Marcel Breuer, ehemaliger Bauhaus-Tutor, entwarf 1957 die Rotterdamer Filiale des Kaufhauses De Bijenkorf, ein Gebäude, das für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg steht.

Die Ausstellung „netherlands ⇄ bauhaus – pioneers of a new world“ im Museum Boijmans van Beuningen geht dieser fruchtbaren Beziehung zwischen dem Bauhaus und den Niederlanden anhand 800 originaler Werke und Objekte nach. Ein Highlight der noch bis zum 26. Mai 2019 laufenden Ausstellung ist der interaktive Vorkurs auf Tablets, der die revolutionäre Pädagogik des Bauhauses auch für die Besucher der Ausstellung am eigenen Leib erfahrbar macht.

Foto: Aad Hoogendoorn
Foto: Aad Hoogendoorn
Foto: Aad Hoogendoorn
Foto: Aad Hoogendoorn

    [NF 2019]

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