Bauhaus-Museum Dessau: Grundsteinlegung, die Zweite

Neue Bauhaus Museen

Foto: Nicolas Flessa
Die Performance-Künstlerin Ellen Kobe als „Urenkelin von Walter Gropius“ mit dem Architekten Roberto González des spanischen Büros González Hinz Zabala (addenda architects) aus Barcelona, die für den Entwurf des neuen Bauhaus Museum Dessau verantwortlich zeichnen.

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Im Jahr 2019 soll das neue Bauhaus Museum Dessau eröffnen. Zur Grundsteinlegung im Dessauer Stadtpark wurde sogar noch viel weiter in die Zukunft geschaut. Bis 2616 werden nach Einschätzung von Konservatoren die Gegenstände mindestens haltbar sein, die in einer Zeitkapsel mit dem Grundstein eingelassen wurden. Das erklärte die Berliner Performance-Künstlerin Ellen Kobe, die als fiktive Urenkelin von Walter Gropius auftrat und das Befüllen der Zeitkapsel übernahm.

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In diese wurden unter anderem historische Fotomotive von der Eröffnung des Dessauer Bauhausgebäudes aus dem Jahr 1926 gelegt sowie die Pläne des Architekturbüros González Hinz Zabala (addenda architects) aus Barcelona, nach dessen Entwurf des neue Bauhaus Museum errichtet wird. Ebenfalls enthalten ist auch eine Gropius-Klinke, die der Bauhausgründer Walter Gropius einst für das Bauhaus Dessau entwarf. Mit der Klinke verwies die Stiftung Bauhaus Dessau symbolträchtig darauf, dass mit dem neuen Museum für das Bauhaus, aber auch für die Stadt Dessau, ihre Bewohner und Gäste neue Türen geöffnet werden und das Haus ganz im Zeichen der Offenheit entstehe.

Foto: Thomas Ruttke
In einem „Spaziergang der Objekte“ wurden anlässlich der feierlichen Grundsteinlegung exemplarische Objekte aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau zum Baufeld des neuen Bauhaus Museums Dessau im Stadtpark getragen.

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Das Bauhaus Museum Dessau entsteht als „offene Bauhaus-Bühne in der Stadt“. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses im Jahr 2019 werden nicht nur in Dessau, sondern auch in Weimar – wo Ende Oktober der Grundstein gelegt wurde – und Berlin neue Bauhaus-Museen gebaut.

„Das Bauhaus gilt als weltweit einflussreichste Schule für Kunst, Architektur und Design“, erklärte Kulturstaatsministerium Monika Grütters im Vorfeld anlässlich der Grundsteinlegung. „Nach seiner Gründung 1919 in Weimar begann 1925 mit dem Umzug nach Dessau die vielleicht wichtigste Phase in seiner Geschichte. Zum Bauhaus-Jubiläum, das wir 2019 feiern, finanziert der Bund gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt das neue Bauhaus-Museum in Dessau. Endlich kann das Bauhaus hier seine Sammlung angemessen präsentieren. Das wird Dessau gut tun und uns allen, denn mit seinen Gestaltungsansätzen steht das Bauhaus damals wie heute für eine offene, moderne und freiheitliche Gesellschaft.“

Foto: Thomas Ruttke
Grundstein Bauhaus Museum Dessau

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Der zur Grundsteinlegung anwesende Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff erklärte: „Für Sachsen-Anhalt ist das Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 ein Ereignis von herausragender Bedeutung. Sukzessive soll sich in den kommenden Jahren die gesamte Palette der Bauhaus-Kunst der interessierten Öffentlichkeit erschließen. Für dieses umfassende Konzept steht das neue Bauhaus-Museum. Rechtzeitig zum 90. Geburtstag des Bauhauses erfolgt nun in Dessau der Spatenstich. Die herausragende Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau wird damit dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Bauhaus-Museum wird wichtige Akzente setzen und dem Kulturland Sachsen-Anhalt neue Impulse geben.“

Für die Stadt Dessau-Roßlau sprach zur Eröffnung der Oberbürgermeister Peter Kuras: „Das Bauhaus-Jubiläum 2019 ist für die Stadt Dessau-Roßlau eines der ganz großen Highlights, die jetzt bevorstehen. Die Errichtung des Bauhaus-Museums ist der beste Ausdruck dafür, wie prägend die Rolle des Bauhauses auch heutzutage eingeschätzt wird. Nicht nur in Dessau-Roßlau, auch im Land Sachsen-Anhalt und beim Bund. Die Grundsteinlegung ist ein wichtiger Schritt hin zum gemeinsamen Ziel: eine dauerhafte Präsentation der vielfältigen Zeugnisse einer großen Ära für die die „Ikone der Moderne“ insbesondere während ihrer Dessauer Zeit steht.“

In seiner Rede verwies er auch darauf, dass das Bauhaus in Dessau das Recht und die Pflicht zum Experiment habe – das Recht zu Experimentieren und die Pflicht zur Verwirklichung. Stiftungsdirektorin Claudia Perren wünschte beim traditionellen Hammerschlag zur Grundsteinlegung: „Möge des Bauhaus Museum die gleiche Anziehungskraft haben, die das Bauhaus-Gebäude immer hatte.“

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