Ein kritischer Diskurs

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Die Veranstaltung wirft einen kritischen Blick auf das Bauhaus und seine Vorstellungen künstlerischer und gesellschaftlicher Erneuerung und fragt nach deren Aktualität und Relevanz in der Gegenwart. Sie setzt sich mit den Chancen und Ansprüchen des Bauhaus-Jubiläums auseinander, Impulse zu geben, Identität zu stiften und die Marke Bauhaus zu erneuern. Und sie thematisiert dessen Zielsetzung, eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen, die sich in den neuen Bauhaus-Museen manifestieren soll.

In drei Themenpanels diskutieren Experten und Expertinnen aus Wissenschaft, Kunst, Design und Architektur:

I. Das Bauhaus – Ressource und historischer Gegenstand – 10 –12 Uhr

Die Podiumsdiskussion stellt das Bauhaus und seine kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung angesichts aktueller Herausforderungen auf den Prüfstand und formuliert Gründe für die fortdauernde Aktualität und Relevanz bzw. für die Unmöglichkeit einer konzeptuellen Weiterentwicklung des Bauhausgedankens: Auf der einen Seite steht das Bauhaus als eine bis heute vorbildliche und wirkmächtige Hochschule für Architektur, Kunst und Design mit einer innovativen Pädagogik und mit einem auf die Veränderung der Gesellschaft sowie das Leben und den Alltag der Menschen zielenden Gestaltungsanspruch, auf der anderen Seite die Erkenntnis, dass wir heute andere Vorstellungen von Technik und Erneuerung entwickeln müssen und dass weit verbreitete Vorstellungen vom Bauhaus und der Moderne nicht der historischen Wirklichkeit standhalten. Was bedeutet dieser Befund für den Umgang mit dem Bauhaus und insbesondere für die Arbeit der Bauhaus-Museen?

Mit: Christian Benimana, Annemarie Jaeggi, Mpho Matsipa, Anh-Linh Ngo, Philipp Oswalt, Alice Rawsthorn
Moderation: Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung


II. Das Bauhaus-Jubiläum als Impulsgeber, Identitätsstifter und Motor der Markenerneuerung – 13.30 – 15. 30 Uhr


Das Bauhaus wird im Bauhaus-Jubiläum zugleich als Kultur- und Wirtschaftsgenerator begriffen. Welche Schnittstellen gibt es zwischen den Interessen, Zielsetzungen und Strategien in Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft und welche Konkurrenz und welche Interessenkonflikte bei der Prägung von Bauhausbildern bzw. im Umgang mit dem Bauhaus – auch als Relikt des Ost-West-Gegensatzes? Wie lässt sich die politische Zielsetzung, das Bauhaus als Impulsgeber und Identitätsstifter wirksam werden zu lassen, in der plurikulturellen Gesellschaft umsetzen?
Wie kann es gelingen, den allgemeinen Vorstellungsinhalt „Bauhaus“, der sich häufig mit einer Klischeevorstellung von ‚Bauhausstil‘ oder ‚Lifestyle‘ verbindet, zu erweitern bzw. zu verändern und auf das zu lenken, was auch heute noch von ungebrochener Aktualität ist: das Bauhaus als eine Forschung, Lehre und Praxis zusammenführende Schule für Architektur, Kunst und Design mit einem innovativen Bildungskonzept und einer sozial verankerten Gestaltungsidee? Wie und unter welchen Voraussetzungen sind eine inhaltliche Neubestimmung der Marke und eine umfassende Markenerneuerung denkbar?
Mit: Thomas Flierl, Mathias Illgen, Wolfgang Holler, Michael Schmidt, Klaus Siebenhaar, Daniel Tyradellis
Moderation: Kolja Reichert, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


III. Das Bauhaus-Jubiläum als Schrittmacher einer nachhaltigen Entwicklung – 16 – 18 Uhr


Mit der Schaffung dreier Museumsneubauten in Berlin, Dessau und Weimar, dem Bauhaus Agenten Programm der Kulturstiftung des Bundes und weiteren zukunftsweisenden Projekten ist das Bauhaus-Jubiläum als Schrittmacher einer nachhaltigen Entwicklung konzipiert. Wie kann es gelingen, nachhaltig Jugendliche für das Bauhaus zu interessieren und neue Zielgruppen in der lokalen Bevölkerung zu gewinnen? Welche neuen Bilder vom Bauhaus bzw. welche neuen Fragestellungen und Perspektiven werden die Ausstellungen „original bauhaus“ und „bauhaus imaginista“ sowie das Projekt „Making Futures Bauhaus+“ entwickeln und welche Impulse werden die neuen Bauhaus-Museen davon aufgreifen? Welche Rolle wird das Bauhaus als eine Schule spielen – eine Schule mit der Zielsetzung, die Gesellschaft zu verändern und das Leben der Menschen zu verbessern? Werden die in der Ausstellung „bauhaus imaginista“ thematisierten transnationalen und transkulturellen Austauschbeziehungen Eingang in die Museen finden und werden sie zu neuen Formen der Kooperation führen?


Mit: Markus Bader, Nikolaus Bernau, Deniz Ova, Marion von Osten, Claudia Perren, Nina Wiedemeyer, Friederike Zobel
Moderation: Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung

 

Konzeption: Dr. Andrea Bärnreuther, Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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27.9.2018, 10–18 Uhr

Veranstaltungsort
Akademie der Künste, Berlin, Pariser Platz
Um Anmeldung bis zum 24. September 2018 wird gebeten: presse@bauhaus.de

Die Diskussionen finden auf Deutsch und Englisch statt und werden simultan übersetzt.

Aufgrund des Besuchs des türkischen Staatspräsidenten wird es am 27. September im Sicherheitsbereich am Pariser Platz/Hotel Adlon zu Beeinträchtigungen Einschränkungen und Kontrollen kommen. Bitte führen Sie Personaldokumente oder andere (Berechtigungs-)Nachweise mit sich. Dabei wird auch der S-Bahnhof Brandenburger Tor gesperrt sein. Bitte kommen Sie rechtzeitig und kalkulieren Sie etwas mehr Zeit ein.

Es empfiehlt sich, den Weg zu Fuß vom S-Bahnhof Potsdamer Platz über die Ebertstraße und die Behrensstraße zu nehmen. Die Akademie der Künste öffnet einen alternativen Zugang in der Behrensstraße 72. Alternativ können sie über die Ebertstraße und das Brandenburger Tor in den Pariser Platz 4 einbiegen. Suchen Sie nach Möglichkeit den Weg von der S-Bahn Friedrichstraße über Unter den Linden zu meiden.

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