Kandinsky würde heute mit dem Computer arbeiten

Dokumentarfilm zum Bauhaus-Jubiläum

Filmtank
Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus, © Filmtank

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„Kandinsky würde heute mit dem Computer arbeiten – mit poetic coding, mit Algorithmen, die grafische Muster erzeugen.“ so der Tänzer und Choreograf Christian Mio Loclair im neuen Film von Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch. © Filmtank

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„Bauhaus Spirit“ – so lautet der Arbeitstitel eines crossmedialen Projektes, das die Produktionsfirma Filmtank im Hinblick auf das Bauhaus-Jubiläum in den nächsten Jahren realisiert. Tragender Teil dieses Projektes ist ein Dokumentarfilm der beiden Filmemacher Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch. Ihr Arbeitstitel „Bauhaus 100“ lässt bereits erahnen, dass sich der Film nicht nur der Bauhaus-Geschichte zuwenden wird. Sondern er schlägt auch eine Brücke zu einzelnen Projekten der Gegenwart, in denen der Geist des Bauhauses weiterlebt und die – wenn auch in einer heute völlig anderen Welt – von den Ideen des Bauhauses inspiriert sind. „In einer utopielosen Zeit interessiert uns gerade der utopische Ansatz des Bauhauses und der Reformschub, den das Bauhaus in den 1920er-Jahren als Versuchslabor ausgelöst hat – aber auch das Scheitern mancher Visionen der Schule“ so verrät Niels Bolbrinker im Gespräch.

Gedreht wird natürlich an den drei Hauptorten des Bauhauses – Dessau, Berlin und Weimar. Aber nicht nur. „Wir suchen nach methodischen und inhaltlichen Anknüpfungen im Heute und wollen auch neuere Forschungsansätze zum Bauhaus-Erbe einbeziehen.“ Dabei konzentriert sich der Film auf zwei thematische Schwerpunkte: Zum einen wird es um die Lehre am Bauhaus und seine pädagogischen Ansätze gehen – um die gestalterische Erziehung des „Neuen Menschen“. Neben dem radikal neuen Curriculum der Bauhaus-Lehre spielten auch die Feste am Bauhaus und die Bühne eine wichtige Rolle, „die zumindest im Film bislang wenig beleuchtet wurden“, so Bolbrinker.

Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich der Wohnungsfrage und dem Zusammenleben in der Gesellschaft – und damit einem Thema von größter Aktualität. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Zeit des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer, in der kooperative Arbeitsweisen, die soziale Ausrichtung des Bauens und Partizipation deutlich im Vordergrund standen. Neben den Versuchsbauten des Bauhauses und natürlich seinen Ikonen werden im Film zeitgemäße Ansätze eines internationalen sozialen Bauens vorgestellt – am Beispiel der Arbeit des interdisziplinären Design-Studios Urban Think Tank oder der Projekte des Pritzker-Preisträgers und diesjährigen Biennale-Direktors Alejandro Aravena. Man darf also gespannt sein auf den Geist des Bauhauses, den Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch in unserer gegenwärtigen Welt aufspüren werden.

Der Film ist eine Koproduktion mit ZDF und ARTE und soll 2018 in die Kinos kommen. Pünktlich zum Jubiläumsjahr 2019 wird die Dokumentation dann auch als Zweiteiler im Fernsehen zu sehen sein.

[NO 2016]

Besonderer Dank an Niels Bolbrinker.

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