Raum-Bilder der Zukunft

Die Bauhaus Agenten auf dem Eröffnungsfestival

Foto: Friederke Holländer / © Bauhaus-Archiv Berlin
Raum + Ort

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Für Hortensia Völckers, die künstlerische Leiterin der Kulturstiftung des Bundes, stand von Anfang an fest: 100 jahre bauhaus darf sich nicht in einer Feier des Vergangenen erschöpfen. Vielmehr sei es an der Zeit, jene Impulse, die das Bauhaus für die Gestaltung unserer Zukunft noch immer bereithält, erneut zur Entfaltung zu bringen. Der vielleicht wichtigste Baustein dieser Orientierung auf Relevanz hin ist das Bauhaus Agenten Programm.

Das Ziel dieses Programms, das Bauhaus durch innovative Vermittlungsformate in Schulen, Familien und Gemeinschaften zu tragen und dort zu verankern, wird nicht zuletzt auch in den neuen Bauhaus-Museen in Berlin, Dessau und Weimar zum Einsatz kommen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, mit Lehrern, Kuratoren, Künstlern, Architekten und vielen anderen tragen die Bauhaus Agenten dazu bei, diese Einrichtungen in offene, lebendige, auf Besucher hin orientierte Orte zu verwandeln. In kollaborativen Prozessen entstehen so ungewöhnliche Zugänge zum Bauhaus, die die neuen Einrichtungen auch für jene relevant werden lassen, die bisher eher wenige oder keine Berührungspunkte mit Museen hatten.

Einen kleinen Einblick in die mittlerweile weit über hundert Projekte der Bauhaus Agenten mit ihren Kooperationsschulen bietet eine Werkschau von Videos und Hörstücken, die im Januar 2019 auf dem Eröffnungsfestival von 100 jahre bauhaus zu sehen sein wird. Gegenstand dieser Auswahl, die natürlich auf das Thema des Eröffnungsfestivals zugeschnitten ist, ist nicht nur Raum, Körper, Bewegung oder Licht, sondern auch das Werk historischer Bauhäusler.

So spüren Schülerinnen und Schüler aus Dessau mit „Oskar Remixed“ dem Leiter der Bauhausbühne, Oskar Schlemmer, nach, indem sie die Bewegungsmöglichkeit mit Kostümen über filmische Sequenzen für den Festivalbesucher erfahrbar machen. Kinder und Jugendliche unter der Leitung der Weimarer Agenten nahmen hingegen ein Zitat des Bauhausdirektors Hannes Meyer zum Anlass, Fragen nach der Abhängigkeit des Einzelnen von der Gemeinschaft hinaus in die Stadt zu tragen; ihre Arbeit wird über einen filmischen Teaser und eine Soundcollage vorgestellt, die in Auszügen auch einen festen Platz im neuen Bauhaus-Museum Weimar finden wird.

Neben dieser Annäherung an historische Akteure stehen vor allem gegenwärtige Fragen der Gestaltung im Mittelpunkt der präsentierten Arbeiten. Ein Projekt der Bauhaus Agenten aus Berlin, das sich mit dem Thema Lernraumforschung auseinandersetzt, macht diesen Ansatz besonders deutlich. Wie müssen Räume beschaffen und ausgestattet sein, um praktische Lernerfahrungen zu ermöglichen? Die auf dem Festival präsentierte Videodokumentation eines im leeren Bauhaus-Archiv präsentierten Lernraums geht der grundlegenden Frage nach, wie Schulen und Museen gestaltet werden müssen, um auch in Zukunft als Lernorte relevant zu bleiben.

Weitere filmische Präsentationen (darunter zu einer Lichtwerkstatt  aus Weimar) und Soundinstallationen (wie das Hörstück „Moholy-Nagy“ aus Dessau) werden um Lehrerfortbildungen und Workshops für Schülerinnen und Schüler ergänzt, die die Arbeit der Bauhaus Agenten in der Berliner Akademie der Künste sinnlich erfahrbar machen. Sie ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, selbst zum Schöpfer von „Raum-Bildern“ zu werden, ganz im Sinne einer Feier der Bauhausbühne, wie sie im Zentrum des Eröffnungsfestivals von 100 jahre bauhaus steht.

Bauhaus Agenten ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin, der Stiftung Bauhaus Dessau und der Klassik Stiftung Weimar / Bauhaus-Museum Weimar. Alle Beiträge zum Eröffnungsfestival sind auf www.bauhaus-agenten.de einzusehen.

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