Triennale der Moderne: Transferumbau

Ausstellung von Stiftung Bauhaus Dessau und The White City Center in Tel Aviv

Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen von Triennale der Moderne.

Wo?

Dessau-Roßlau, Bauhausgebäude (Stiftung Bauhaus Dessau)

Wann?

04.10.2019 - 17.11.2019

Was?

Ausstellung

Die Häuser der "Weißen Stadt" in Tel Aviv (Israel) sind zu einem Teil mit Baumaterialien aus Deutschland errichtet worden. Die Ausstellung betrachtet das Ha’avara-Abkommen aus künstlerischer, architektonischer und politischer Perspektive.

Die Häuser der "Weißen Stadt" in Tel Aviv (Israel), seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe, sind zu einem Teil mit Baumaterialien aus Deutschland errichtet worden. Das Ha’avara-Abkommen, ein Vertrag zwischen Zionisten in Palästina und Nationalsozialisten in Deutschland, spielte dabei eine bedeutende Rolle. Die Ausstellung Transferumbau betrachtet dieses Transferabkommen aus künstlerischer, architektonischer und politischer Perspektive. Sie wird zur Triennale der Moderne am Bauhaus Dessau gezeigt.

Das umstrittene Abkommen zwischen der Jewish Agency, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und Nazideutschland galt von 1933 bis 1938. Es sollte ein Anreiz sein für deutsche Juden, auszuwandern, indem es ihnen ermöglichte einen Teil ihres Besitzes nach Palästina zu transferieren. Dafür zahlten sie ihr Vermögen bei einer der Transferbanken in Deutschland ein. Lokale Importeur*innen kauften von diesem Geld Waren wie Baumaterialien in Deutschland und verkauften sie in Palästina. Bei Ankunft in Palästina erhielten die Auswanderer ihre Gelder dann nach Abzug von Kosten wieder zurück.

Über 50.000 deutsche Juden wanderten über das Ha’avara-Abkommen aus. Geschätzte 150 Millionen Reichsmark sollen transferiert worden sein. Ein regelrechter Bauboom setzte durch die Masse an Baumaterialien ein, die die "Weiße Stadt" Tel Aviv  – vom Zement bis hin zur Fliese – mit prägte.  Mit der Ausstellung Transferumbau im Bauhausgebäude kommen einige Baumaterialien aus Tel Aviv zurück nach Deutschland.

Transferumbau ist ein gemeinsames Projekt von Stiftung Bauhaus Dessau und The White City Center. Die Ausstellung wird parallel in Tel Aviv gezeigt. Das Team um die Künstler Ilit Azoulay, Lou Moriah, Nir Shauloff und Jonathan Touitou, die Kuratorin Hila Cohen-Schneiderman und die Denkmalpflegerin Sharon Golan-Yaron setzt den Fokus auf das Konzept der "Societies on the Move": die Bewegung von Menschen, Materialien und Kulturen als zentrales Element moderner Architektur und deren Einfluss auf die Stadtentwicklung. Das Projekt wird historische und zeitgenössische Beziehungen erforschen und dabei fragen, wie sich Migration und Mobilität auf Individuen, Städte und Kulturen auswirken, während sie ihre Identitäten neu gestalten.

www.whitecitycenter.org/bauhaus100

Mehr Informationen

Adresse

Bauhausgebäude (Stiftung Bauhaus Dessau)
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau, Deutschland

Anfahrt mit dem PKW

A9: Ausfahrt Dessau Ost oder Dessau Süd. Besucherparkplatz neben dem Bauhausgebäude, Gropiusallee 38, 06846 Dessau

Anfahrt mit dem ÖPNV

DB: Dessau Hauptbahnhof (ca. 5 min Fußweg)

  • Stufenloser Zugang zum Veranstaltungsort und zu den Veranstaltungsräumen
  • Breite Türen (mindestens 90 cm, Türschwellen maximal 2 cm)
  • Rollstuhlgerechte Sanitäranlagen
  • Behindertenparkplätze vorhanden
  • Barrierefrei mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu erreichen
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